Mikrosoziologie
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Nora-Platiel-Str. 1
34109 Kassel


Beschreibung

Mikrosoziologie in der Forschung


Das Rahmenthema unserer Forschung ist die „Lebensführung“ der Person. Das Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie Menschen mit Anforderungen aus unterschiedlichen Handlungskontexten bzw. Lebensbereichen umgehen, wobei insbesondere der Vermittlungszusammenhang zwischen den Lebensbereichen und daraus resultierende widersprüchliche Handlungsanforderungen einen Schwerpunkt der Analyse bilden. Mit einer solchen Perspektive lassen sich nicht zuletzt innerdisziplinäre Arbeitsteilungen z.B. zwischen Arbeits-, Familien- und Geschlechtersoziologie überwinden.


Die Relevanz eines solchen Forschungsansatzes konnte in den letzten Jahren bereits unter Beweis gestellt werden: Sind es in der Sphäre des „Privaten“ Prozesse wie die Pluralisierung der Lebensformen oder veränderte Erwartungen und Ansprüche an Elternschaft und Partnerschaft, so vollzieht sich in der Erwerbssphäre ein grundlegender Strukturwandel, der den Beschäftigten zunehmend eine individuelle, selbstverantwortliche Regulierung von Arbeitsabläufen und -einsatz abverlangt. In empirischen Projekten konnten als Folge neue Belastungskonstellationen für abhängig Beschäftigte nachgewiesen werden. Fragen von Kompetenzerwerb und -vermittlung verweisen darüber hinaus auf neue Faktoren neuer sozialer Ungleichheit und unterstreichen die Relevanz dieser Forschung für die Analyse von „Arbeit und Leben“, Beruflichkeit und (Weiter-)Bildungsprozessen.


Einige konkrete Forschungsfragen lauten z.B.: Wie können abhängig Beschäftigte vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Anforderungen in der Arbeit und im privaten Lebenszusammenhang ihre Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit sowie Leistungsfähigkeit, soziale Integration und Gesundheit gewährleisten? Wie müssen Beschäftigte handeln, um langfristig und nachhaltig den Anforderungen sich wandelnder Arbeits- und Lebenswelten gerecht zu werden? Was kennzeichnet den Arbeits- und Lebensalltags von Menschen, die nicht erwerbstätig sind?


Die anhaltende Aktualität dieser Thematik veranlasst uns in der theoretischen Ausrichtung zu einer konzeptionellen Weiterentwicklung der bisherigen soziologischen Forschung zu „Lebensführung“. Mit dem Konzept des „Reproduktionshandelns“ nehmen wir die Reproduktion von Arbeits- und Lebenskraft durch die Person selbst in den Blick. Dieser Ansatz wird theoretisch und empirisch ausgebaut. Integriert sind hier Themen wie der Erhalt von Gesundheit, die Balance von Arbeit und Leben, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Wandel der Zeitverwendung oder neue Formen der Konfliktwahrnehmung und -austragung. Im Zuge einer negativen demographischen Entwicklung erfahren diese Themen gegenwärtig auch außerhalb der Wissenschaft breite Aufmerksamkeit und bieten Ansatzpunkte für unsere Kooperation mit Akteuren aus der „Praxis“.


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Zuletzt aktualisiert 2018-09-02 um 14:15