Forschungsgruppe SESAM


Beschreibung
Kurzbeschreibung:
Die Forschungsgruppe SESAM (CESR) wird von Prof. Dr. Andreas Ernst geleitet. Sie betreibt Grundlagen- und angewandte Forschung auf dem Gebiet der Mensch-Umwelt-Interaktion mit dem Ziel der Unterstützung von Nachhaltigkeitsstrategien. Umweltwissen, -wahrnehmung und -handeln in sozialen und ökologischen Bezügen werden auf der Grundlage empirischer Studien der Modellbildung zugänglich gemacht. Die Modelle werden u.a. in lauffähigen Computersimulationen erprobt und verfeinert. Derzeit werden Arbeiten in folgenden Bereichen durchgeführt: Untersuchung der Trinkwassernutzung im Donauraum - Lebensweisen, Naturschutz und Verhaltsinnovation - umweltbezogene Gerechtigkeit und Vulnerabilität - computergestütztes Lernen des Umgangs mit Komplexität - Werkzeuge agentenbasierter Modellierung.

Ziele:
Ausgangspunkt für die Arbeit dieser Forschungsgruppe ist die Feststellung, dass ein hoher Forschungsbedarf bei der Analyse und Modellierung des Umwelthandelns und der Mensch-Umwelt-Interaktionen besteht. Während zahlreiche, aber oft isolierte Modelle der naturwissenschaftlichen Umweltprozesse existieren, mangelt es an vorhersagekräftigen Modellen für die anthropogenen Prozesse und dementsprechend auch an integrierten, d.h. kombiniert verhaltens- und naturwissenschaftlichen Modellen. Die Forschung im Bereich Mensch-Umwelt-Interaktion schließt die Wahrnehmung der Umwelt, die Interaktion zwischen Menschen und die Verteilung von Ressourcen mit den damit verbundenen Konflikten ein. Zugehörige Themen sind etwa Entscheiden unter Unsicherheit, Risikowahrnehmung, Handeln in komplexen Systemen, ökologisch-soziale Dilemmata, Ausbreitung von umweltrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen, Gerechtigkeitstheorien, Konfliktlösung, Zeit- und Risikopräferenzen. Hinzu kommen Analysen gesellschaftlicher Dynamiken und Versuche, die akteurzentrierten Konzepte mit den übergeordneten Systemebenen (Kollektive, gesellschaftliche Teilsysteme) zu verbinden. Ziel der Arbeiten ist es, aus verschiedenen Blickwinkeln auszuloten, wie in integrierte Modelle bestehendes und neues sozialwissenschaftliches Wissen eingefügt werden kann und welche Verbesserungen in den Modellaussagen damit erreicht werden können. Methodisch wird versucht, auf der Basis empirischer Daten aussagekräftige Textmodelle oder lauffähige Computermodelle als Teil integrierter Modelle zu erstellen. Diese integrierten Modelle sollen dazu dienen, bessere Szenarien zur Abschätzung von Handlungsspielräumen und der Effekte von Interventionen zu entwickeln. Technisch werden dazu sog. Akteurmodelle genutzt, die den Entscheider/die Entscheiderin (sei es Individuum, wirtschaftlicher oder politischer Entscheider) als Einheit explizit betrachten. Zum Erstellen dieser Modelle werden Konzepte der Künstlichen Intelligenz herangezogen. Akteurmodelle können auch als eine unifizierende interdisziplinäre Methode in den Verhaltenswissenschaften angesehen werden. Zudem sind die Arbeiten darauf ausgerichtet, Methodenkompetenzen auch außerhalb natur- und ingenieurwissenschaftlicher Orientierung am Wissenschaftlichen Zentrum auszubauen.



Publikationen

2020
2019
2019
2019
2018
2018
2015
2012

Zuletzt aktualisiert 2019-24-05 um 10:26