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bauhaus / documenta: Orders of the Present (Ausstellung, Publikation, Symposion)


Abstract





















Bauhaus und documenta sind
beides global bekannte kulturelle Marken, die für ein liberales und
weltoffenes, innovatives und modernes Deutschland stehen. Trotz wesentlicher
Unterschiede – angewandte Gestaltung versus freie Kunst; Hochschule versus
Ausstellungsreihe – zeichnen sich beide Projekte durch wesentliche
Verwandtschaften aus. Diesen Verwandtschaften geht das Projekt „bauhaus /
documenta : Ordnungen der Gegenwart“ nach, wobei es zugleich die
gesellschaftliche Bedingtheit wie Relevanz beider Projekte untersucht.



 



Ausstellung und Katalog
bestehen aus zwei Teilen. Teil 1 formuliert eine Parallelsicht anhand
künstlerischer Fotografien. Es sind künstlerische Selbstreflektionen von Teilnehmer
einer von der jeweiligen Avantgarde geschaffenen Laborsituation. Für das
Bauhaus stehen (Selbst)porträts von Bauhausschülern, für die documenta eine
Fotoserie von Hans Haacke als Aufsichtskraft der documenta 2 (1959), welche
durch noch zu erstellende Auftragsfotografien von Gilles Raynaldy von der diesjährige
documenta 14 (2017) aus heutiger Sicht fortgeführt wird. Ebenso ist angedacht,
eine Fotografieklasse einer qualifizierten Kunsthochschule einzubeziehen. Beide
Fotoserien zeigen, wie sich Menschen in von der jeweiligen Avantgarde
geschaffenen Kontexten mit und zu den Ausdrucksformen der Gegenwart in Bezug
setzen. Kunst und Gestaltung sind Dinge, die neue Ordnungen und Rollen
entwerfen, die Irritationen schaffen, Gewohntes durchbrechen und Neufindungen
formulieren.



 



Teil 2 ist als eine Themenausstellung
in vier Kapiteln konzipiert, bei der jedes Kapitel einen Gegensatz und damit
paradoxes Spannungsfeld formuliert. Dieser Teil der Ausstellung verwendet
Mittel einer Sachausstellung und nutzt für seine Narration Filme, Fotografien,
Dokumente und Objekte wie evtl. auch grafische Darstellungen sowie Texte, die
Thesen formulieren, Zusammenhänge berichten und Darstellungen erläutern. Die
Betrachtung erfolgt dabei nicht in einer strengen Parallelisierung, sondern in
einer etwas losen, assoziierenden Erzählweise vor dem Hintergrund einer klaren
und explizit formulierten Thesenbildung.



 



Die Themen sind:



1. Gründungsmythos: Chaos
und Ordnung. Nach Niedergang der alten Ordnungen 1919 und 1945  suchen sie bauhaus und documenta, mit großem
Pathos eine neue Weltsicht zu formulieren.  



Exkurs: 1955 /1933: bauhaus
auf der documenta.



2. Kanon und Entgrenzung:
Bauhaus und documenta sind Labore der Entgrenzungen, in welcher in einem
besonderen Rahmen der gewohnte Alltag verlassen wird. Die Entgrenzung geht mit
einem Geltungsanspruch einher, der in eine Kanonisierung
künstlerisch-gestalterischer Produktion mündet



3. Provinz und
Internationalität: In der Provinz entstehen Orte von großer
Internationalität. 



4. Inszeniert und
Verrissen: Ein wichtiger Teil der Energie und Ressourcen beider Projekte wird
in die Inszenierung der Ideen und Werke investiert. Dieser intendierten Form
der Vermittlung stehen vielfältige Kontroversen und Konflikte gegenüber, die
sich nicht minder wirkungsmächtig in die Rezeptionsgeschichte einschrieben





Symposion:  Ein während der Ausstellung stattfindendes, von Heinz
Bude kuratiertes Symposium wird sich den künstlerisch-gestalterischen
Ordnungen der Gegenwart widmen und dafür einen Schwerpunkt auf die Jetztzeit
legen.





Virtuelle Ausstellung: Analog zur realen Ausstellung vor Ort in Kassel, die
im Symposion eine Vertiefung erfährt, folgt das Konzept für eine Webpräsenz –
im Sinne einer „virtuellen Ausstellung“ – der Idee einer
öffentlichkeitswirksamen Verbreiterung der Diskurse.



 



 


Last updated on 2018-13-02 at 17:23