Drittmittelprojekt

MEMBRANES SURFACES BOUNDARIES – Creating Interstices


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 20102011


Zusammenfassung
Die Konzepte von Membran, Oberfläche und Grenze sind in der technischen Forschung, in den Geisteswissenschaften wie in den Künsten gleichermaßen bedeutend und erschließen wichtige, jedoch disparate Inhalte. Aufgrund dieser Vielschichtigkeit sind sie besonders geeignet, ein wichtiges Spektrum aktueller wie historischer Entwicklungen verschiedener Disziplinen auf eine neuartige Weise zusammenzuführen. Ob sicht- und nutzbar im Alltagsgebrauch oder dem Blick entzogen wie in den Bereichen der nanotechnologischen Materialforschung, auf der Ebene biotechnologischer und chemischer Prozesse, bedingen Grenzen lebensweltliche Realität. Sie definieren und katalysieren die Prozesse des Lebens, etwa als zelluläre Membranen, in Form der Haut oder des Immunsystems oder als ökologischer Lebensraum. Phänomene an materiellen Grenzen spielen eine Rolle in den angewandten Naturwissenschaften, etwa in der chemischen Verfahrenstechnik (Katalyse, Filtration, Elektrophorese), und stellen so auch eine Verbindung zur Produktion von Kunst dar. Diese zeigt sich in den materialen Erscheinungsformen der Oberfläche, in ihren medialen Repräsentationen in Fotografie, Film und digitalen Bildmedien, aber auch in Indifferenzerfahrungen wie Duchamps Konzept des Inframince, das die beinahe nicht wahrnehmbare Trennung (oder „simultane Verzögerung“) zwischen zwei angrenzenden Ereignissen oder Zuständen beschreibt.

In Teilprojekten, Workshops und Experimenten werden Wechselwirkungen theoretischer wie materieller Manifestationen von Membranen, Oberflächen und Grenzen und deren Vermittlungsbewegungen zwischen Alltagsgegenstand, Technologie und ästhetischer Produktion untersucht. Heterogene wissenschaftliche und künstlerische Praktiken und Konzepte treffen aufeinander, um über ihre Differenzen neue Modi des Verstehens und sinnlichen Erfahrens zu schaffen.

Auftakt des Forschungsprojektes ist eine gemeinsam von der Universität Kassel und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin sowie den und der Universität Kassel konzipierte Ausstellung auf dem Aedes Campus Network Berlin. Intendiert wird ein differenzierter Austausch von Wissenschaft und Kunst. Oberfläche wird hier erstmalig zu einem interdisziplinären Verhandlungsraum werden. Die Ausstellungsbeiträge korrespondieren mit den wissenschaftlichen Positionen des vom Max-Planck-Institut veranstalteten gleichnamigen Workshop.

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:50