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Einführung von Bachelor- und Master-Abschlüssen in Deutschland


Project Details
Project duration: 01/200112/2004


Abstract
Von den etwa 11.000 Studienprogrammen, die an deutschen Hochschulen angeboten werden, führen inzwischen weit über 2.000 zu einem Bachelor- oder Masterabschluss. Diese in weiten Teilen Europas noch jungen Abschlüsse sind deshalb so attraktiv, weil sie auf eine Studienstrukturreform zielen: auf mehr Transparenz, Flexibilität und internationale Kompatibilität.
Wie sehen die neuen Studiengänge nun aus? Sind sie modularisiert? Mit einem Leistungspunktesystem ausgestattet? Sind sie für die Studierenden transparent und flexibel studierbar? Sind die Studieninhalte international kompatibel? Und welche Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit werden genutzt?
Diesen Fragen geht die Untersuchung "Bachelor und Master in Deutschland", die von Stefanie Schwarz-Hahn (Projektleitung) und Meike Rehburg (Projektmitarbeit) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt wurde, nach.
Dazu wurde eine schriftliche Befragung der Verantwortlichen aller 1.143 (Stand Dezember 2002) neuen Studiengänge durchgeführt. Ergänzend wurden Sekundärmaterialien, etwa Studien- und Prüfungsordnungen der Bachelor- und Masterprogramme, ausgewertet.
Das Ergebnis zeigt: Die empirische Bilanz der Studienstrukturreform ist durchaus gemischt. Bachelor und Masterstudiengänge setzen sich zwar einerseits flächendeckend in allen Fächergruppen sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen durch, es werden aber andererseits noch sehr viele parallele Angebote der "klassischen Studienabschlüsse" (Diplom, Magister, Staatsexamen) weitergeführt. Bachelor- und Masterstudiengänge zeigen zwar einerseits verbesserte Studierendenserviceleistungen im Vergleich zu vielen "klassischen" Studienabschlußangeboten, andererseits ist aber gerade jetzt zu Beginn der Studienstrukturreform keine klare nationale Linie bei der Gestaltung der Leistungspunkt-Systeme, insbesondere bezüglich der Bemessung der Studierendenleistungen und der Modularisierung erkennbar. Allgemein ist positiv zu verzeichnen, dass die neuen Studiengänge Bachelor und Master eine hohe Präsenz an Qualitätssicherungsmaßnahmen - sowohl intern als auch extern - aufweisen und die Verantwortlichen der neuen Studiengänge eine ganze Fülle von Maßnahmen auf den Weg gebracht haben, um eine Verbindung zur Berufspraxis herzustellen. In welchem Ausmaß die neuen Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt auf Akzeptanz treffen, bleibt allerdings abzuwarten.

Last updated on 2017-11-07 at 13:51