Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Afrikanisch-französischer Kulturtransfer im frühen 20. Jahrhundert


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 10/200403/2008


Zusammenfassung
Statt den Primitivismus der historischen Avantgarden imagologisch festzuschreiben, will das Projekt die Aufnahme afrikanischer Elemente in die französische Kultur als Teil eines dynamischen Transferprozesses verstehen, der interdependent mit der kolonialen Wirklichkeit und ihren neuen Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Bewegung von Mensch und Kultur verbunden ist. - Die auf dieser Mobilität basierenden Aneignungen afrikanischer Kultur durch die Avantgarde finden auf verschiedenen Ebenen statt: Der Import afrikanischer Erzählungen (Cendrars), die Figur des Schwarzen in Romanen (Soupault) und die Verbreitung afrikanischer Kultur durch einen ethnologischen Reisebericht (Leiris) repräsentieren Facetten des Primitivismus, in dessen unterschiedlichen Herangehensweisen sich ein jeweils eigenes Bestreben des Exotismus ausdrückt. - Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es zu untersuchen, welche Bedeutungen und Ausformungen die Integration afrikanischer Elemente in der französischen Kultur haben. Dabei soll besonders die Funktionalität des Primitivismus analysiert werden, der als Opposition gegen das Bürgertum wie auch als Mittel der Weiterentwicklung der eigenen Kultur zu sehen ist. Unter diesem Blickwinkel sind vor allem die Strukturen des Parasitären im afrikanisch-französischen Kulturtransfer der Avantgarde aufzudecken.

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:51

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