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Aisthesis und Medialität. Epistemische Grundlagen einer Kulturphilosophie der Medien


Project Details
Project duration: 01/200012/2002


Abstract
In Fortführung des mit der Publikation Konfigurationen. Zwischen Kunst und Medien abgeschlossenen Vorhabens Die symbolische Ordnung von Zeichen und Maschinen beabsichtigt das im Jahr 2000 beginnende Forschungsprojekt, einen kulturphilosophisch und kunstwissenschaftlichen fundierten Beitrag zur Ästhetischen Theorie der Medien zu erarbeiten. Es ist wie das bisherige Projekt ebenfalls im interuniversitären Projektverbund ?Theorie und Geschichte der Medien' angesiedelt und wird im Sinne der DFG-Richtlinien für Projektförderung im Normalverfahren im November 1999 einen entsprechenden Drittmitelantrag einreichen (vorgesehene Personalmittel: 1 Bat II a-Stelle, 1 Hilfskraftstelle). Das auf zunächst zwei und insgesamt 4 Jahre konzipierte Vorhaben hat vier Untersuchungsfelder: - Die Metaphorik der Medien. Zeichentheoretische Aspekte medialer Übertragungsweisen - Mensch und Technik. Grenzen des anthropologischen Diskurses - Das Sichtbare und das Unsichtbare. ZurIntermedialität des Blicks - Symbolische und Virtuelle Räume. Zur Topologie medialer Performanz
Zusammenfassung des Arbeitsprogramms: Mit den neuen Medien verändert sich die Vielfalt der Formensprachen in den Künsten. Im Sinne der Theorie des postdramatischen Theaters (H. Th. Lehmann 1998) gibt es eine vermehrte, ?hybrid' genannte Theatralität der Darstellungsformen, die sich der Verwendung intermedialer und multimedialer Performanzen verdankt. Mit dieser intermedialen Performanz verschiebt sich in systematischer Hinsicht die künstlerische Frage nach dem Ort des Körpers und der gesellschaftlichen und kulturellen Normen. Zentrale Forschungshypothese ist, daß die hybride Performanz der Medien eine Reflexion, Verschiebung und Reinszenierung phantasmatischer Vorbilder und Selbstbilder des Menschen (talk shows, virtuelle Identitäten im Cyberspace) ermöglicht, von der Videokunst über die body-based-Tanzchoreographien bis zu den digitalen Ton-Text-Bild-Kombinattionen, die ihrerseits in ?alten' Medien wie Photographie, Film, Video, Theater und Literatur so verwendet werden, daß eine teils ironische, teils karnevaleske (so die Definition des ?Hybriden' bei M. Bachtin) Brechung traditionaler Erzählweisen und symbolischer Ausdrucksformen zu beobachten ist.
Aufgabe des Vorhabens ist es, diese neuen Stile medialer Präsentationsformen auf eine Kulturphilosophie der Medien zu beziehen, die das raumzeitliche Geflecht der beschleunigten Medienentwicklung einschließlich ihrer Schock- und Krisenwahrnehmungen begrifflich zu fundieren versucht. Während das Paradigma der medienwissenschaftlichen Forschung in den 60 er und 70er Jahren eher an den manipulativen Wirkungen getrennter Einzelmedien (inhaltsanalytische Hermeneutik der Sinnbezüge) orientiert war, ist die heutige integrale Medientheorie an einer systematischen Klärung der Frage, in welch entscheidender Weise die Medien an der kulturellen Sinnkonstruktion (historischer Formwandel von Sprach-, Denk- und Wahrnehmungsweisen) beteiligt sind und als historisches Apriori der sich transformierenden Wissensordnungen der Informations- und Kommunikationstechnologie zu verorten sind. Mit der telematischen Globalisierung des Computers als Medium der Medienintegration (W. Coy) taucht aber zugleich ein neuer Zwischenraum zwischen den Medien auf, der auf eine prinzipielle Intermedialität der Einbildungskraft im Sinne Kants schließen läßt. Die Zeiträumlichkeit nun dieses ?intermedialen Blicks' begrifflich und empirisch gehaltvoll zu bestimmen, ist das entscheidende Forschungsdesiderat, von dem eine Kullturphilosophie der Medien auszugehen hat. Das Vorhaben verbindet in seinen vier o.g. Untersuchungsfeldern die phänomenologische Beschreibung der intermedialen Kunstformen mit einer kulturphilosophischen Begriffsklärung des Verhältnisses von Sprache, Technik und Medium. Das Vorhaben ist in seinem Arbeitsprogramm eng verbunden mit dem von einem International Advisory Board begleiteten theoretischen E-Journal Zäsuren (siehe Anlage 6 zum Bericht), in dem das Forschungsvorhaben im ständigen Dialog mit den o.g. interuniversitären Kooperanden seine Forschungsergebnisse veröffentlichen wird.
Eingereichte Dissertation 1999: Sabine Flach "Körper-Szenarien. Zur ästhetischen Funktion und Bedeutung des Körpers in Videoinstallationen" Promotionsvorhaben Matthias Schwarze "3000/futuristische Phantasmen der Technokultur"


Co-Investigators

Last updated on 2017-11-07 at 13:51