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Innovationssysteme in der Wissensgesellschaft: Deutschland und Schweden im Vergleich


Project Details
Project duration: 01/200806/2008


Abstract
In der wissenschaftlichen Diskussion über unterschiedliche nationale Kapitalismusmodelle wird Deutschland häufig eine Spezialisierung auf inkrementale, produktionsbezogene Innovationen zugeschrieben. Jüngere Forschungen zur Restrukturierung globaler Wertschöpfungsketten, zu hochschul- und wirtschaftspolitischen Reformprozessen lassen das Bild stabiler und kohärenter nationaler Institutionengefüge jedoch zunehmend brüchig erscheinen. Damit stellt sich die Frage, ob noch immer von einer solchen Spezialisierung ausgegangen werden kann, oder ob auch in Deutschland eine Erweiterung des bisherigen Innovationsprofils hinsichtlich grundlegender bzw. "radikaler" und dienstleistungsorientierter Innovationen (die bislang vor allem angelsächsischen Ökonomien zugeschrieben werden) möglich wird. Die Veränderungen im Institutionengefüge werfen aber zugleich die Frage nach dem Zusammenspiel, d.h. der Komplementärität und Kohä-renz, nationaler Institutionen auf. Konkret: Gefährden diese Veränderungen die bisherigen Stär-ken des deutschen Innovationsmodells?
Hinsichtlich der möglichen Verbindung zwischen Formen des um "radikale" und dienstleis-tungsorientierte Innovationen erweiterten Innovationstyps und den Veränderungen nationaler Institutionen (z.B. Ausbildungssystem und Corporate Governance) sollen drei Teilfragen bear-beitet werden:
- Inwieweit bestärkt oder erweitert die Transnationalisierung der Standortentscheidungen von Unternehmen das bisherige Profil des nationalen Innovationssystems?
- Inwieweit ist der "radikal" und dienstleistungsorientiert erweiterte Innovationstyp auf Ver-änderungen in Teilbereichen des traditionellen Innovationssystems zurückzuführen?
- Inwieweit beeinträchtigen die Veränderungen die Innovationsdynamik, weil sie funktiona-le Probleme oder Defizite mit sich bringen, die Kohärenz des betreffenden Subsystems mindern, oder die Komplementaritätsverhältnisse und Kompatibilität der Subsysteme stö-ren?
Im geplanten Projekt sollen diese Fragen vergleichend anhand der Analyse von Innovationsstra-tegien in der Automobilindustrie und im Maschinenbau und den Veränderungen der nationalen Innovationssysteme Deutschlands und Schwedens untersucht werden ("Most-Similar-Design"). Ziel des Projektes ist auf theoretischer Ebene die kritische Überprüfung der Konzepte nationaler Innovationssysteme, und der damit verbundenen Relevanz von Komplementaritätsverhältnissen, Kompatibilitäts- und Kohärenzbedingungen für das Innovationsverhalten vor dem Hintergrund der Entstehung transnationaler Wertschöpfungsketten und marktorientierter Reformen. Insbe-sondere soll eine Heuristik für die empirische Analyse möglicher Wirkzusammenhänge zwi-schen Innovationen und nationalen Institutionen entwickelt werden. Das empirische Ziel des Projekts ist es, zu ermitteln, inwieweit die Charakterisierung des deutschen Innovationsregimes, als ein auf inkremetale und produktionsorientierte Innovationen spezialisiertes, noch zutrifft. Dadurch sollen ein besseres Verständnis gegenwärtiger Innovationssysteme, wichtige Erkennt-nisse hinsichtlich des institutionellen Wandels und der Suche nach "best practices" im Übergang in die Wissensgesellschaft gewonnen werden.

Last updated on 2017-11-07 at 13:51