Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Molekulare Studien zur Systematik und Phylogenie der Bromeliaceae


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 07/199812/2005


Zusammenfassung
Die ca. 2600 Arten der fast ausschließlich neotropischen Familie der Bromeliaceen zeichnen sich durch ein hohes Maß an morphologischer, ökologischer und physiologischer Variabilität aus. Die Anpassung an extreme, häufig epiphytische Standorte führte bei dieser Pflanzenfamilie im Laufe der Evolution zu einer Vielzahl von Konvergenzen und Parallelentwicklungen. Die klassische Bromeliensystematik stützt sich im wesentlichen auf morphologische Merkmale, deren taxonomische Relevanz nach neueren Erkenntnissen überbewertet erscheint. Im Zuge einer dringend erforderlichen Überarbeitung sollten auch molekulare Merkmale in die Verwandtschaftsanalysen einbezogen werden. Seit Juli 1998 läuft in Zusammenarbeit mit Prof Dr. G. Zizka, Forschungsinsitut Senckenberg und Prof. Dr. G. Kahl, Fachbereich Biologie der Universität Frankfurt/M ein DFG-Projekt zur Aufklärung intra- und interspezifischer Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Bromeliaceen. Im Rahmen dieses Projekts werden RAPDs (random amplified polymorphic DNAs), AFLPs (amplified fragment length polymorphisms), und vergleichende DNA-Sequenzierungen eingesetzt (internal transcribed spacers der nukleären ribosomalen DNA; drei Bereiche nichtkodierender Chloroplasten-DNA: trnL-intron, trnL-trnF intergenic spacer and trnT-trnL intergenic spacer). RAPDs und AFLPs erwiesen sich vor allem auf Art- und Gattungsebene als informativ, die vergleichenden DNA-Sequenzierungen hingegen auf höheren taxonomischen Ebenen. Nach unseren bisherigen Sequenzierungsergebnissen an einer großen Anzahl von Taxa sind von den drei z.Zt. anerkannten Unterfamilien der Bromeliaceae nur zwei monophyletisch (Tillandsioideae und Bromelioideae), während die Pitcairnioideae eine heterogene, polyphyletische Gruppe darstellen. Auch die Abgrenzung einer Reihe von Gattungen, u.a. Aechmea, Tillandsia, Guzmania und Pitcairnia wird von den molekularen Daten in Frage gestellt. Die Gattungen Fosterella, Deuterocohnia, Dyckia und Abromeitiella werden z.Zt. mit Hilfe molekularer Daten (RAPDs, AFLPs) sowie blattanatomischer Untersuchungen revidiert.

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:52