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Ökonometrische Messung regionaler Preisniveaus auf der Basis örtlich beschränkter Erhebungen


Project Details
Project duration: 07/200806/2009


Abstract
Obwohl räumliche Preisniveauunterschiede nicht nur in der Theorie der Regionalökonomik, sondern auch für die Sozialpolitik, die regionale Wirtschaftspolitik und Raumordnungspolitik von hoher Relevanz sind, gibt es in Deutschland hierüber nur spärliche Informationen. Die letzte Erhebung der amtlichen Statistik über regional tief gegliederte Preisindizes stammt aus dem Jahr 1993. Ströhl (1994) hat die Erhebungsdaten für einen Vergleich des Preisniveaus in 50 Städten ausgewertet. Da der Wohnungsbereich, in dem die Preise regional am stärksten variieren, aus der Erhebung ausgeklammert worden ist, spiegeln die ermittelten Preisindizes allerdings nur bedingt das Ausmaß regionaler Disparitäten wider. Die verwendeten regionalen Preisindizes vom Laspeyres-Typ sind nicht mit den Verbraucherpreisindizes (VPI) vergleichbar, mit denen in der amtlichen Statistik die Preisentwicklung im Zeitablauf gemessen wird.

Die amtliche Statistik stellt jedoch nicht nur im kleinräumlichen Bereich (z.B. Städte, Kreise) aktuell keine Informationen über regionale Preisdisparitäten zur Verfügung. Auch auf der Ebene der Bundesländer fehlt es an Vergleichsmöglichkeiten. Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein und der beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen sind zwar Verbraucherpreisindizes (VPIs) für die Bundesländer verfügbar. Sie geben allerdings nur über die länderspezifische Preisentwicklung im Zeitablauf Auskunft. Außerdem lässt sich mit diesen Informatio-nen ein Vergleich der Inflationsentwicklung zwischen den Ländern vornehmen. Da die Länder-VPIs jedoch einheitlich im Basisjahr einen Wert von 100 annehmen, können hieraus keine Disparitäten des regionalen Preisniveaus bestimmt werden.

Für eine langfristige und kosteneffiziente Erhebung des Datenbedarfs sollte aus unserer Sicht eine Kombination aus dem Interviewverfahren und der ökonometrischen Methode in Betracht gezogen werden. Für Planungs- und Entscheidungszwecke kann die Wissenslücke über regionale Preisindizes aber weder mit einer Einmalerhebung und Zeitpunktauswertung noch durch die Verwendung hoch aggregierter Daten geschlossen werden. Die erste ökonometrische Studie über die Ermittlung von regionalen Preisindizes über einen längeren Zeitraum im kleinräumlichen Bereich ist von den Antragstellern 2007 durchgeführt worden. (Kosfeld/Eckey/Lauridsen, 2007). Hierzu ist ein Preismodell entwickelt worden, dass die Preisindizes der 93er Städteerhebung hinreichend gut reproduzieren kann. Unter der Annahme, dass die Einflussgrößen nicht allein für die 50 in die Erhebung einbezogenen Städte, sondern für alle Städte zur Erklärung des Preisniveaus relevant sind, lassen sich die "missing values" unter Verwendung der Regressionswerte für das Ausgangsjahr berechnen. Während dies bei den kreisfreien Städten nicht allzu restriktiv erscheint, kommt den Landkreisen ein besonderes Augenmerk zu. Hier könnte z.B. bei der Preiserhebung aufgrund von Stichproben geprüft werden, inwiefern das Preisniveau der Kreisstadt als repräsentativ für das Preisniveau des Landkreises angesehen werden kann. Aber auch schon eine Information über das Preisniveau in der Kreisstadt eines Landkreises kann wertvolle Informationen über ein Preisgefälle zwischen den Agglomerationen und ihrem Umland liefern.


Principal Investigator


Co-Investigators


Research Areas


Last updated on 2017-11-07 at 13:52