Project without external funding

Einsatz neuartiger Dochtdränagen für die Deponieentwässerung und -stabilisierung


Project Details
Project duration: 11/199910/2002


Abstract
Das Forschungsprojekt wird von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und in Zusammenarbeit mit der verschiedenen Partnern aus Forschung und Industrie bearbeitet:

- Sächsisches Textilforschungsinstitut stfi, Chemnitz (Projektleitung)
- Universität Kassel, FG Geotechnik, Kassel
- Josef Möbius Baugesellschaft GmbH & Co., Hamburg
- SL Spezialmaschinenbau Limbach GmbH & Co. KG, Limbach Oberfrohna
- MATHOGRO GmbH, Textilien, Olbersdorf

Im Deponiebau sind häufig durch unzureichende Planungen bzw. Ausführungen oder verän-derte Randbedingungen rutschgefährdete Böschungen durch Sicherungsmaßnahmen zu stabilisieren. Als Sicherungsmaßnahmen kommen z. B. Rüttelstopf- oder Intensivverdichtung zum Einsatz. Durch die erforderliche Energie bei den Verdichtungsarbeiten besteht eine größere Böschungsbruchgefahr infolge des kurzzeitig erhöhten Porenwasserüberdruckes, da sich der Boden schlagartig verflüssigen und seine Festigkeit verlieren kann.

Um eine Deponie wirksam zu sichern ist daher eine Kombination aus Dränagewirkung und Hangstabilisierung erforderlich. Die vorhandene Gerätetechnik zur Rüttelvibration und auch zur dynamischen Intensivverdichtung ist soweit ausgereift, dass mit entsprechend modifizierten Geräten die gering tragfähigen Oberflächen befahren und ausreichend tiefe Dräns eingebracht werden können. Nach Einbau der Dräns und einer gewissen Dränage- und Konsolidierungszeit kann mit der entsprechenden Verdichtungstechnik begonnen werden.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll ein neuartiges, effektives, dochtförmiges Vertikal-Dränagesystem entwickelt werden, dass eine Dränagewirkung mit einer Böschungsstabilisierung kombiniert. Der Dränagestrang soll aus ausreichender Festigkeit für den Einbauvorgang besitzen und zusätzlich Zugkräfte zur Stabilisierung des Böschungskörpers aufnehmen. Zur Herstellung dieser neuen Dochtdränagen sollen ein neuartiges textiles Ummantelungsverfahren sowie bisher nicht verwertbare textile Industrieabfälle genutzt werden.

Im einzelnen werden bei dem Forschungsprojekt folgende Ziele verfolgt:

- Entwicklung von neuartigen Dochtdränagen und einer dazu geeigneten textilen Herstellungstechnologie;
- Entwicklung, Bau und Erprobung eines Versuchsstandes für die neue Ummantelungstechnik unter industriellen Bedingungen;
- Kleinmaßstäbliche Modellversuche zur Erprobung des Tragverhaltens der Dochtdräns in Weichschichten anhand eines Großscherversuchstandes;
- Versuche in situ Versuche einschließlich Entwicklung einer geeigneten Einbautechnologie und Modifizierung vorhandener Maschinen- und Gerätetechnik;
- Wiederverwertung von textilen Industrieabfällen.

Am Fachgebiet Geotechnik werden ausschließlich die geotechnische Fragestellungen bearbeitet, wie:
- die Wirksamkeit der neuartigen Dochtdräns im Hinblick auf den Porenwasserdruckabbau;
- Ermittlung der aufzunehmenden Zugkräfte der Dochtdräns;
- Bodenmechanische Standsicherheitsfragen;
- Kleinmaßstäbliche Modellversuche;
- Zugversuche an eingebetteten Dochtdräns;
- Mitwirkung und Konzeption eines Messprogramms bei in situ Versuchen;
- Erarbeitung von Optimierungsvorschlägen für die praktische Anwendung.


Principal Investigator


Co-Investigators

Last updated on 2017-11-07 at 13:52