Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Studien zu Franz Rosenzweig - Idealismuskritik und Existenzphilosophie


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 19902010


Zusammenfassung
Die Bedeutung der Religionsphilosophie Franz Rosenzweigs für das Judentum und für den jüdisch-christlichen Dialog stehen im Zentrum der Rosenzweig-Rezeption und haben in jüngster Zeit - erweitert auf Fragen interreligiöser Verständigung - nochmals an Aktualität gewonnen. Obwohl die philosophische Rezeption Rosenzweigs, seit sie auf den beiden Internationalen Franz-Rosenzweig-Kongressen 1986 und 2004 in Kassel wichtige Impulse erhalten hat, ist das philosophisch Neue des "Neuen Denkens" Rosenzweigs in seinen grundsätzlichen Bezugnahmen und Abgrenzungen zum Deutschen Idealismus sowie in seinen offenkundigen Parallelen und Differenzen zu einigen Strömungen der Philosophie des 20. Jhs. nur bruchstückhaft herausgearbeitet worden. Zu stark wirkt sich noch bis heute in manchen Teilbereichen die Zerstörung des jüdischen Erbes in der deutschen Geistesgeschichte aus.
Das Forschungsprojekt soll drei fundamentalphilosophische Problemstellungen in ihrer gegenseitigen Verknüpfung herausarbeiten: 1. Rosenzweigs Idealismuskritik, 2. seine existenzphilosophische Grundlegung und 3. das neu gefasste Verhältnis von Philosophie und Religion. Im ersten Problemschwerpunkt geht es um die von Hans Ehrenberg angestoßene, auf die Spätphilosophie Schellings zurückgehende metalogische Überwindung idealistischer Logik, wie sie von Hegel einerseits und Cohen andererseits entworfen worden war. Im zweiten Problemschwerpunkt geht es um den spezifischen Ansatz des existenziellen Denkens bei Rosenzweig im Kontext der frühexistenzialistischen Bewegung in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und dessen fortwirkende Relevanz. Der dritte Problemschwerpunkt wird Rosenzweigs radikalisierte Zusammenführung von Philosophie und Offenbarung im Kontext der philosophischen Diskussion von Glaube und Wissen kritisch in ihren Konsequenzen für die heutigen Bemühungen um eine interreligiöse Verständigung herausarbeiten.
2004 wurde auf der Internationalen Kongress "Franz Rosenzweigs 'neues Denken'" die Internationale Rosenzweig-Gesellschaft (IRG) mit Sitz in Kassel gegründet zu deren ersten Präsidenten der Kasseler Philosoph Wolfdietrich Schmied-Kowarzik gewählt wurde. Weitere Tagungen und Konferenzen der IRG fanden inzwischen 2005 in Kassel, 2006 in Jerusalem, 2007 in Chiati, 2008 in Hannover und 2009 in Paris statt.
Weitere Projekte in diesem Zusammenhang sind: "Franz-Rosenzweig-Gastprofessur" (1987-2005/2006-2010), "Vergegewärtigungen des zerstörten jüdischen Erbes" (187-1999), "Auseinandersetzung mit dem zerstörten jüdischen Erbe" (1999-2005), "Franz Rosenzweigs 'neues Denken'" (Internationaler Kongress 2004).



Publikationen

2007
2006
2006
2004
2004
1999
1997
1991
1988

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:53