Project without external funding

Zucht einer Landschaftspflegeziege


Project Details
Project duration: 07/199512/2004


Abstract
Das Fachgebiet beschäftigt sich seit 1995 aktiv mit dem Programm der Zucht der Witzenhäuser Landschaftspflegeziege (LPZ) (Tawfik, Rahmann; 1995). Entsprechend dem Zuchtplan (Jahresbericht des Fachgebietes 1996) wurde das Programm mit folgenden Zuchtzielen entwickelt:
? Gute Milchleistung der Muttertiere, um eine optimale Versorgung der Lämmer zu gewährleisten. ? Schlachtkörper mit guter Fleischfülle und -qualität. ? Robuste, widerstandsfähige und anspruchslose Tiere, die für die ganzjährige Weidehaltung geeignet sind.
Als Grundlage für die Rassezucht dienen drei Rassen, die Bunte Deutsche Edelziege, die Burenziege und die Kaschmirziege: aus den "Stallrassen" wird eine Weiderasse. Sie ist eine Rasse, die in einfachen Koppeln gehalten werden kann (Bure, BDE). Dabei muß sie auch unter marginalen Bedingungen robust, also wetterhart, sein (Kaschmir). Um Trittschäden zu vermeiden, ist ein weites "Gehüt" mit einem ruhigen Weideverhalten angestrebt (Bure). Aus den einseitigen Hochleistungsrassen (BDE: Milch, Bure: Fleisch, Kaschmir: Faser) wird eine Rasse, die unter marginalen Bedingungen ohne Zufütterung eine hohe Fleischleistung erbringt. Dieses ist durch eine gute Robustheit und Futterverwertung (Kaschmir), einer ausreichenden Milchleistung für die Sauglämmeraufzucht (BDE) und einer guten Schlachtkörperqualität (Bure) erreichbar. Neben der "klassischen" Leistung Fleisch erbringt sie eine gute Pflegeleistung. Dieses ist durch einen guten Verbiß des Gehölzes, der Aufnahme auch weniger schmackhaften und überständigen Futters und eines gleichmäßigen Abfrasses der Gras-/Krautnarbe (ohne Geilstellen) gewährleistet. Da Ziegenhaltung vielerseits als Hobby betrieben wird und damit eine einfache Erkennung der neuen Rasse möglich ist, ist ein einheitlicher Phänotyp wünschenswert.
Das Zuchtprogramm wird planmäßig durchgeführt (Jahresbericht des Fachgebietes ab 1997). Es lagen auch im 2000 Nachfragen zu unserer Witzenhäuser Landschaftspflegeziege.
Verteilung der Witzenhäuser Landschaftspflegeziege auf Praxisbetriebe: Im Herbst 2000 hat das Fachgebiet mit einer Leistungsprüfungsphase der Landschaftspflegeziegen in verschiedenen Betrieben begonnen. Ein wichtiger Partner ist die Ökologische Station der Universität Würzburg. Unsere Ziegen sind die Grundlage für ein gemeinsames Ziegenprojekt zur Pflege von Trockenstandorten. Auch mit mehreren Praxisbetrieben, verteilt in Deutschland, hat das Fachgebiet seine Ziegen eingesetzt.
Eine Verteilung unserer Ziegenherde auf verschiedene Betriebe hat mehrere Vorteile: Losgelöst sein von begrenzten Stallkapazitäten, wird die Population auf eine ausreichend große Basis für das Züchtungsprojekt gestellt. Damit kann schärfer selektiert werden und es besteht eine geringere Gefahr der Inzucht. Durch die breitere Verteilung der Zuchttiere entsteht die Möglichkeit der Adaptation an verschiedene Bedingungen und Standorte der Landschaftspflege. Die Ziegen bewähren sich unter Praxisbedingungen, d.h. bei Schäfern in der Herde und auf Magerrasenstandorten. Dies bietet vielfältige Möglichkeiten für wissenschaftliche Studien (Projekt- Diplom-, Doktorarbeiten). Durch die breitere Streuung der Ziegenherde wird ein größerer Teil der Öffentlichkeit auf unser Züchtungsprojekt aufmerksam. Interessante Möglichkeiten der Zusammenarbeit, z.B. mit der Uni Würzburg und der Biologischen Station Hochsauerlandkreis.
Zur Zeit gibt es vier Interessenten, die gern einen Teil der Witzenhäuser Landschaftspflegeziegenherde übernehmen möchten:
1. Biozentrum der Uni Würzburg 2. Wigbert Wagner, Schäfer Hochsauerlandkreis 3. Werner Schubert, Biologische Station Hochsauerlandkreis (Vermittler) 4. Gerd Siepe, Schäfer in Meschede-Freienohl 5. Steffen Reuter, Forsthof Reuter in Thalheim/Erzg.

Last updated on 2017-11-07 at 13:33