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‚documenta 1955’: Interdisziplinäre Perspektiven auf ein legendäres Ausstellungsereignis (documenta 1955)


Project Details
Project duration: 11/201504/2016


Abstract



















ZFF-KOOP-Antrag Kooperation
mit der Kunsthochschule: „‚documenta 1955’: Interdisziplinäre Perspektiven auf
ein legendäres Ausstellungsereignis“ in Kooperation mit Prof. Dr. Kai-Uwe
Hemken (FG Kunstwissenschaft, Kunsthochschule Kassel). (Status: erfolgreich,
ZFF-Förderung: 3000€)





















documenta 1955:
interdisziplinäre Perspektiven auf ein legendäres Ausstellungsereignis



Abschlussbericht verfasst von Prof. Dr. Kai-Uwe Hemken und
Prof. Dr. Stefanie Hennecke im Oktober 2017



 



Der Senat der Universität Kassel hat dem Antrag von Prof.
Dr. Kai-Uwe Hemken (Kunstwissenschaft) und Prof. Dr. Stefanie Hennecke (ASL)
auf finanzielle Förderung des Kooperationsprojektes mit der Kunsthochschule „documenta
1955“: interdisziplinäre Perspektiven auf ein legendäres Ausstellungsereignis“
im Rahmen der Zentralen Forschungsförderung (ZFF-KOOP) im Juni 2016 mit einer
Fördersumme von 3.000 Euro entsprochen. Neben den Antragstellern waren hieran
ebenfalls die Germanistik (Prof. Stefan Greif) und die Kunstgeschichte (Prof.
Dr. Joachimides) beteiligt. Folgend möchten wir von dem Verlauf und Ausgang des
Projektes berichten:



 



Im Zeitraum von zwei Semestern haben beide Fachrichtungen
parallel wie kooperierend miteinander gearbeitet.  Es wurden innerhalb von verschiedenen Seminaren
Arbeitsgruppen eingerichtet, die zu verschiedenen Themenstellungen umfängliche
Recherchen sowohl in den Bibliotheken der Universität als auch in den in Kassel
ansässigen Archiven (Stadtarchiv, documenta Archiv) vorgenommen haben. Im
Vorfeld wurden mit den beiden Leitern der Archive Gespräche bezüglich einer
Zusammenarbeit und Unterstützung geführt, die uns freundlicherweise zugesagt
wurden.  Neben der Bereitstellung von
Archivmaterialien wurden auch Führungen durch die Archive exklusiv für die
beteiligten  SeminaristInnen angeboten.



 



Gemeinsam mit den SeminarteilnehmerInnen der genannten
Richtungen wie auch weiterer der Kunsthochschule (Kunstwissenschaft, Visuelle
Kommunikation, Bildende Kunst)  wurden
die jeweiligen Themenstellungen angeboten:



 



·     
Finanzen der d1955



·     
Pressekritik zur d1955



·     
Szenografie/Hängung



·     
Ausstellungsfotografie zur d1955



·     
Musik/Geräusche



·     
Rezeption durch Bode: Szenografien in Italien



·     
Szenografie/Ausstellungsdesign/Kunstausstellungen
in Deutschland 1949-55



 



Alle SeminarteilnehmerInnen haben sich in AGs aufgeteilt und
schwerpunktmäßig die jeweiligen Themen bearbeitet: Eine ausführliche
Literaturrecherche wurde durchgeführt wie auch in den genannten Archiven über
Monate hinweg recherchiert. Neben diesen Archivarbeiten fanden regelmäßig
Treffen der AGs sowie Plenumssitzungen statt, in denen der aktuelle Stand der
Ermittlungen referiert wurde.  Hier zeigt
sich, dass bisher Unbekanntes zutage gefördert werden konnte: Die Finanzen
weisen Unregelmäßigkeiten auf,  Bode
hatte Exponate falsch herumgehängt usw. usw.



Diese und andere Forschungsergebnisse wurden mit den anderen
Disziplinen im Plenum fortlaufend reflektiert.



 



Vom Fachgebiet Freiraumplanung wurde ergänzend im
Wintersemester 2016/17 das Recherche-Seminar zur „Kritischen Szenografie der
Bundesgartenschau von 1955 in Kassel“ mit einem aus den ZFF-Mitteln
finanzierten Lehrauftrag für Dr. Frank Lorberg durchgeführt. Von weiten Teilen
der Fachliteratur wird die documenta Ausstellung von 1955 im Zusammenhang mit
der Bundesgartenschau verortet. Da zur Bundesgartenschau von 1955 bislang keine
ausführliche wissenschaftliche Arbeit vorliegt, hat sich eine Recherche zum
Thema angeboten, die von StudentInnen im Rahmen der Lehrveranstaltung geleistet
wurde.



 



In Ergänzung der Forschungen in der Kunstwissenschaft bilden
Schwerpunkte der Recherche



·     
Die Szenografie der Bundesgartenschau
(Raumprogramm)



·     
Die Ausstattungselemente der Bundesgartenschau
(Pflanzenverwendung, Beetgestaltung, temporäre Parkarchitektur von Frei Otto,
Wegeführung)



·     
Das Wirken des Landschaftsarchitekten Herrman
Mattern (Leiter der Bundesgartenschau in Kassel) 



·     
Generell das Thema der Szenografie in der
Grünplanung (räumliche Arrangements)



·     
Die wechselnden Szenografien der Kasseler
Karlsaue (Gelände der Bundesgartenschau von 1955)



·     
Die Geschichte der Bundesgartenschau (soziale
Funktionen, Stadtentwicklung)



 



Im Rahmen des Seminars fanden Recherchen in verschiedenen
Archiven statt, deren Sichtung eine Bewertung ihres Bestandes auch für weitere Forschungen
ermöglichte.



·     
Stadtarchiv Kassel,



·     
Internet-Archiv der Hessisch Niedersächsischen
Allgemeinen



·     
Archiv des Kasseler Stadtmuseums



·     
documenta-Archivs



·     
Internet-Archivs des Architekturmuseums an der
Technischen Universität Berlin statt



 



Von den StudentInnen wurden Teilergebnisse der Recherche in
Hausarbeiten dokumentiert und eine Ergebnispräsentation erstellt.



 



In einem zweiten Arbeitsschritt wurde diskutiert, in welcher
Weise diese Erkenntnisse und Ergebnisse gemeinsam vorgestellt werden können.
Die Studierenden hatten den Vorschlag gemacht, auf dem nächsten Rundgang der
KHS eine Szenografie zu präsentieren. In der Folge war es erforderlich,
Möglichkeiten des Szenografischen kennenzulernen und  sich für ein Konzept zu entscheiden und auf
die Bedingungen und Möglichkeiten sowie auf die Zielsetzung des Projektes hin
zu modifizieren. Dies ist gelungen: Alle Studierende des Projektes waren am
eigenhändigen Aufbau und Gestaltung der Ausstellung im Säulengang der KHS
beteiligt. Darüber hinaus wurde eine Zeitung im Stile der 1950er Jahre
gestaltet, mit Texten versehen, gedruckt und kostenlos an die BesucherInnen
verteilt: All diese Arbeitsschritte wurden von den Studierenden unter der
Leitung der Dozierenden erfolgreich absolviert.



 



Im weiteren Nachklang dieses interdisziplinären
Projektes  wurde ebenfalls weitere
Projekte entwickelt und befinden sich derzeit in der Umsetzung:



1. Die Vielzahl von historischen wie aktuellen Texten zur
ersten documenta werden in einem wissenschaftlichen Lesebuch zusammengefasst und
Ende des Jahres publiziert.



2. Es konnte eine erste virtuelle Rekonstruktion der ersten
documenta erstellt werden: 4 programmatische Räume wurden rekonstruiert. Die
virtuelle  Rekonstruktion der  ersten documenta wird fortan Teil des
Lehrangebotes der Kunstwissenschaft darstellen. Dies wird durch die Förderlinie
‚Lehrinnovation’ finanziell unterstützt.



3. Die Weiterbearbeitung des Themas der Bundesgartenschau
1955 halten wir angesichts der umfassenden noch nicht erschlossenen
Archivbestände für unbedingt notwendig. Aus dem Lehrauftrag heraus wird derzeit
ein Antrag auf Forschungsförderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur
Einreichung im Wintersemester 2017/18 vorbereitet.



 



Es lässt sich zusammenfassend berichten, dass das
interdisziplinäre Projekt „documenta 1955: interdisziplinäre Perspektiven auf
ein legendäres Ausstellungsereignis“ ein voller Erfolg für die Studierenden und
Dozierenden gewesen ist. Dieser positive Ausgang hat alle Beteiligten
ermuntert, weiterhin an konkreten Projekten gemeinsam zu arbeiten. Hierfür sind
bereits Vorbereitungen in Gestalt von Anträgen an Drittmittelgeber getroffen
worden.



 



Kai-Uwe Hemken und Stefanie Hennecke

25. September 2017


Last updated on 2019-11-04 at 12:59