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Goldförderung im Tarairabergland


Project Details
Project duration: 01/200212/2007


Abstract
FRAGESTELLUNG Die Forschung sucht Antworten auf zwei Fragen:  Welches sind die ökologischen- wirtschaftlichen und soziokulturellen Auswirkungen der Goldförderung auf die indigene Makuna- Gemeinschaft in ihrem Territorium.  Wie kann die Makuna- Gemeinschaft Alternativen und Strategien schaffen, um die Auswirkungen zu vermeiden und um ihre autonome Ressourcennutzung aufrecht zu erhalten und weiterzuentwickeln.
THEORETISCHE EINBETTUNG Der Goldbergbau ist die zweitwichtigste Aktivität neben der Ölförderung , die starke Auswirkungen auf Umwelt Kultur und Ökologie hat. Oft sind die mineralischen Ressourcen in Gebieten, die von indigenen Völkern bewohnt werden. Die multinationalen Konzerne üben einen großen Druck auf die jeweilige Regierung aus und jene wiederum auf die indigene Bevölkerung und auf deren Territorium. Für die kulturelle Identität des indigenen Volkes ist die Beziehung zu ihrem Territorium ein fundamentaler Aspekt. Deshalb haben die Aktivitäten, die den Bergbau betreffen, eine direkte Auswirkung auf das Überleben der indigenen Bevölkerung.
Die Makuna sind eine indigene Gemeinschaft von 700-900 Menschen, welche der sprachliche Familie „Tukano Oriental” angehören und in Gruppen von 50 bis 100 Leuten leben. Ihr Territorium liegt zwischen dem Vaup?s- und dem Amazonas Department. Ende der 80er Jahre wurde die Goldmine in Taraira, auf dem Makuna-Territorium, entdeckt. Der Goldrausch brachte die Goldsucher (1985 kamen ca.12.000 Menschen) und die „Glückjäger” mit sich. Sie suchten eine Möglichkeit, das Gold zu gewinnen. Der Goldbergbau brachte den Alkohol, die Prostitution und die Gewalt mit sich. Das Taraira-Bergland (eines der 6 Träger der Makuna Welt in ihrer Vorstellung) verändert sich in ein Siedlungszentrum. Sofort fing das Verwüsten des Urwaldes und des Berglands und die Assimilation der indigenen Völker an. Auf Grund dessen, muss die indigene Bevölkerung, welche in Gebieten lebt, wo es viele Ressourcen gibt, die Möglichkeit haben, selber zu entscheiden und zu kontrollieren, wie mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen wird und auch die Möglichkeit haben, einen Abbau der Ressourcen zu verbieten. Dies ist notwendig, um ihre Kultur und die Umwelt zu schützen.
METHODISCHER ANSATZ Die Forschung hat zwei Teile:  Zuerst, ein theoretischer Teil, mit der Analyse der Bedeutung von Begriffen wie Entwicklung, Nachhaltigkeit, Umweltmanagement, sowohl für die kapitalistische Gesellschaft als auch für die indigene Gesellschaft. In diesem Teil werden neue Möglichkeiten und Alternativen der Entwicklung aufgeworfen.  Zweitens, ein praktischer Teil, mit der Analyse von zwei Reisen durch das Makuna-Territorium. Die erste Reise erläutert die Auswirkungen und diskutiert die Konzepte und ihre Interpretation. Und die zweite ist geplant, um in Gruppengesprächen in den Gemeinschaften der Makuna-Indigenen, die Alternativen und Strategien zu diskutieren. Außerdem soll ein Vergleich zwischen verschiedenen Situationen mit Goldbergbauauswirkungen stattfinden, an dem positive Vermeidungsstrategien sowie Alternativen zum Goldbergbau erprobt wurden. Hier geht es um die Analyse der Erfahrungen zur gemeinschaftlichen Kontrolle der Bergbauproduktion, um Schäden auf die Gemeinschaft zu vermeiden.
Die Forschung wird nicht nur den indigenen Gesichtspunkt aufzeigen, sondern auch über Mechanismen nachdenken, welche der Makuna-Gemeinschaft die Kontrolle über die Goldförderung in ihren Gebieten erlaubt. Diese Mechanismen müssen ihr Wohlbefinden, ihre Gebiete und ihre Ressourcen schützen. Es ist eine umfassende Dokumentation nötig, welche national und international zugänglich sein muss, um die Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen in zukünftigen Konflikten mit den Bergbaukonzernen zu bekommen.
Bei der Entwicklung dieser Alternativen und Strategien ist die aktive Beteiligung von Mitgliedern des Makuna- Volkes von besonderer Bedeutung. Damit wird gewährleistet, dass Aspekte wie ihre eigene Entwicklung und die Beachtung und der Respekt ihrer Lebensart berücksichtig werden. Außerdem müssen Kommunikationswege mit der Regierung und mit den Goldsuchern geschaffen werden, die, die Auswirkungen einer weiteren intensiven Goldförderung vermeiden.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 13:56