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Retentionsbodenfilter (RBF) in Hessen


Project Details
Project duration: 20022007


Abstract
Nachdem durch den Ausbau der kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen die Schadstofffrachten, die in die Gewässer eingeleitet werden, erheblich reduziert wurden, kommt im Hinblick auf die Gewässerreinhaltung der weiteren Reduzierung der Belastung durch Mischwasserentlastungsanlagen und den Einleitungen von Regenwasser in die Gewässer eine besondere Bedeutung zu. Es sind daher zum Schutz der Gewässer vor übermäßiger hydraulischer und stofflicher Belastung durch Mischwassereinleitungen entsprechende Maßnahmen zur des Mischwasserbehandlung vorzusehen. Dies geschieht meist in Form von Regenüberlaufbecken, in denen das Mischwasser mechanisch gereinigt wird. Als Grundlage für die Bemessung und konstruktive Gestaltung der Entlastungsanlagen im Mischsystem gelten die Richtlinien des Arbeitsblattes-A 128 (ATV 1992) als technisches Regelwerk.
Außer dieser konventionellen Möglichkeit der Mischwasserbehandlung zur Einhaltung der Mindestanforderungen werden in letzter Zeit auch vermehrt Retentionsbodenfilter eingesetzt. Mit diesem innovativem Verfahren ist es möglich, neben den Mindestanforderungen auch weitergehende Anforderungen an die Mischwasserbehandlung zu erfüllen. Gegenüber der rein mechanischen Reinigungswirkung von konventionellen Regenüberlaufbecken kann mit einem Bodenfilter - abgesehen von der Absetzwirkung - auch eine hohe biologische Reinigungsleistung erzielt werden. Ein Retentionsbodenfilter wird i.d.R. einer bereits bestehenden Entlastungsanlage (Regenüberlaufbecken, Stauraumkanal etc.) nachgeschaltet.
Das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz beauftragte daher mit Schreiben vom 04. Juni 2002 das Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der Universität Kassel mit dem Untersuchungsvorhaben "Retentionsbodenfilter in Hessen". Dieser Auftrag umfasst die wissenschaftliche Betreuung der baulichen Maßnahmen an drei neuen Retentionsbodenfilterstandorten (Zierenberg-Oberelsungen, Breidenbach-Wiesenbach und Breidenbach-Kleingladenbach) und die wissenschaftliche Begleitung des jeweils nachfolgenden Betriebszeitraumes von ca. 1,5 bis 2 Jahren. Gleichzeitig soll der Messbetrieb an dem seit 1994 in Betrieb befindlichen Retentionsbodenfilter Fulda-Fellenweg wieder aufgenommen werden, um Aussagen über das Langzeitverhalten von Retentionsbodenfiltern zu ermöglichen.
Ziel des Vorhabens ist es, die noch bestehenden Unsicherheiten in der Bemessung und Planung von Retentionsbodenfilteranlagen aufzuheben und "Empfehlungen für Bemessung, Bau und Betrieb von Retentionsbodenfiltern" zu erarbeiten.

Last updated on 2017-11-07 at 13:57