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Hinter vorgehaltener Hand: Eine evolutionstheoretische Analyse von Klatsch und Tratsch


Project Details
Project duration: 01/199512/1995


Abstract
Schon in der etymologischen Ableitung des Begriffes "Klatsch" bietet sich eine evolutionstheoretische Perspektive an, die von der Hypothese ausgeht, daß Klatsch eine evolutionär begründete Anpassung darstellt. Die Hypothese von Klatsch als menschentypische Adaptation spezifiziert, daß Inhalte und situative Bedingungen des Klatsches reproduktionsbedeutsam strukturiert und damit lebensgeschichtlich sowie geschlechtsspezifisch differenziert sind. Eine Darstellung der vorliegenden Erkentnisse über Merkmale von Klatsch (situative Bedingungen; Geschlechter- und Altersunterschiede; Klatschproduzenten, -rezipienten und -opfer, Inhalte) bestätigt an verschiedenen Stellen die Anpassungshypothese, und zwar dort, wo differenzierende Bedingungen evolutionär vorgegebene Strukturen berücksichtigen. Bei der Betrachtung von Funktionen des Klatsches wurde nach proximaten (sozialen, kommunikativen, psychologischen) und ultimaten (reproduktionssichernden) Funktionen unterschieden. Auch die Erscheinungsformen des Klatsches über Medienberühmtheiten ist vereinbar mit der Anpassungshypothese. Zudem zeigt der Klatsch offensichtlich kulturinvariante Züge, wie eine ausführliche kulturvergleichende Darstellung belegt.
Eine Bewertung der bislang verwendeten Methoden zur Erforschung des Klatsches macht deutlich, daß es an Untersuchungen mangelt, die einerseits den Gütekriterien einer empirisch begründeten Verhaltens-und Sozialwissenschaft entsprechen und andererseits das Klatschphänomen in seiner Vertraulichkeit zureichend gültig erfassen. Um diesem Ziel näherzukommen und zudem eine evolutionär begründete Fragestellung angemessen zu beantworten, wird die Verwendung der Akt-Frequenz-Methode nach Buss & Craik (1983) befürwortet.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 13:57