Project without external funding

Methodenentwicklung zur Fehlerklassifizierung und zum Aufbau EDV-gestützter Betriebsführungsinstrumente


Project Details
Project duration: 11/199605/2001


Abstract
Problemstellung
Aufgrund der heutigen Marktanforderungen ist die fehlerfreie Lieferung von Produkten und Leistungen für den Kunden selbstverständlich und für den Hersteller zwingend. Qualität wird zum strategischen Wettbewerbsvorteil, im Praxisalltag lässt sich die Fehlerproblematik mit den verfügbaren Methoden des Qualitätsmanagements (QM) jedoch nur schwer beherrschen. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass deutsche Unternehmen 20-30% ihres Umsatzes für die Fehlerbehebung aufwenden (Kamiske et al. 1992). Die Notwendigkeit, Fehler und betriebliche Schwachstellen zu beseitigen, ist somit unstrittig. Daher sind innovative Verfahren zu entwickeln, die eine Fehlervermeidung bzw. spürbare Fehlerreduzierung fördern und zugleich unter Kosten-/Nutzenaspekten einsetzbar sind.

Lösungsansatz
In Zusammenarbeit mit drei Betriebspartnern wurde im Rahmen des vom BmBF geförderten Verbundprojektes das Verfahren "Human-Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (H-FMEA)" entwickelt und praktisch erprobt. Hierfür wurden Erkenntnisse aus der Fehlerforschung und der Arbeitswissenschaft mit Werkzeugen des Qualitätsmanagements gekoppelt. Da die verfügbaren QM-Methoden stark auf die Analyse von systematischen Fehlern ausgerichtet sind, die durch technisch bedingte Ursachen entstehen, werden zufällig auftretende Produktfehler oft zu wenig beachtet. Somit bleibt auch die Frage nach dem Zusammenhang von Zufallsfehlern am Produkt und menschlichen Handlungsfehlern offen. Es wird vernachlässigt, dass (Produkt-) Fehler in einem Arbeitssystem sowohl technische als auch organisatorische und/oder personelle Ursachen haben können und dass die (Produkt-) Qualität entscheidend von den Mitarbeitern und den sie beeinflussenden Arbeitsbedingungen geprägt wird. Wird dies nicht berücksichtigt, führen die Maßnahmen zur Fehlervermeidung nicht zu den gewünschten Ergebnissen oder werden nur kurzfristig wirksam. Die H-FMEA versucht, die Defizite in der Vorgehensweise zur Fehlerbeseitigung zu verringern. Es wird davon ausgegangen, dass in vielen Fällen ein Zusammenhang zwischen zufällig auftretenden Produktfehlern und menschlichen Handlungsfehlern vorliegt. Fehler werden als Folge von ergonomischen und organisatorischen Fehlgestaltungen des Arbeitssystems sowie fehlenden personellen Leistungsvoraussetzungen angesehen. Sie lassen sich demnach durch humane Arbeitssystemgestaltung, ergonomische Arbeitsbedingungen, effiziente und lernförderliche Organisationsstrukturen reduzieren bzw. beseitigen. Durch die konsequente Beteiligung der MitarbeiterInnen im Rahmen der H-FMEA werden kontinuierliche Verbesserungs- und Veränderungsprozesse initiiert und Innovationspotenziale freigesetzt.

Vorgehensweise/Methodik:
Die Vorgehensweise zur Durchführung der H-FMEA ist als Analysekette zu betrachten und vollzieht sich in aufeinander aufbauenden Phasen der Produktfehleranalyse, Handlungsfehler-Ursachenanalyse, Ableitung von Gestaltungsanforderungen sowie Fehler- und Ergebnisdokumentation. In jeder Phase sind spezifische Werkzeuge zur Erfassung, Auswertung oder Verarbeitung der jeweils benötigten Daten zu verwenden, die zur Verfügung gestellt werden. Die Anwendung der Methode wird durch ein Analyse-Informationssystem unterstützt. Für die Arbeit im Team werden umfassende Formulare und Erfassungsbögen angeboten. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der H-FMEA ist die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und MitarbeiterInnen. Die kooperative Arbeit im Team bildet die Grundlage für ein offenes Kommunikationsklima, in dem Fehler als Erkenntnisquelle und nicht als personelles Problem angesehen werden.



Principal Investigator


Publications

2006
2001
2001
2000
1999
1999
1998
1998
1998

Last updated on 2017-11-07 at 13:57