Drittmittelprojekt

Grünauslauf für ökologisch aufgezogene Junghennen


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 11/200907/2010


Zusammenfassung

Im vorliegenden Projekt wurde der Einfluss eines Grünauslaufs auf den
Gesundheitszustand von ökologisch aufgezogenen Junghennen in der Schweiz,
Österreich und Dänemark untersucht, um Empfehlungen zur Haltung ökologischer
Junghennen nach der EG-Ökoverordnung in Deutschland abzuleiten.



Daten von insgesamt 226 Durchgängen aus 58 Aufzuchtbetrieben mit
Grünauslauf wurden erfasst und analysiert. Zum Vergleich standen Daten von 17
ökologischen Aufzuchten in Deutschland zur Verfügung.



Sowohl zwischen den Ländern als auch teilweise innerhalb der Länder
war die Spannbreite der Haltungsbedingungen groß. Dies betraf vor allem die
Haltungsverfahren, die Größe des Außenscharraums, die Größe und Struktur des
Grünauslaufs, die Zeitpunkte des Zugangs zu den verschiedenen Auslaufbereichen
und die Art und Intensität der Pflegemaßnahmen.



Die Verluste lagen im Mittel per Durchgang zwischen 2,5 % und 3,1
% und damit auf gleichem Niveau wie bei den deutschen ökologischen Aufzuchten
ohne Grünauslauf (3,4 %). Etwa 80 % der Verluste ereigneten sich vor Zugang zum
Freiland und hier vor allem in den ersten drei Lebenswochen. Beutegreifer
stellten für viele Betriebe ein Problem dar. Verluste durch Infektionen kamen
nur in Einzelfällen am Beginn der Aufzuchtperiode vor. Die Inzidenzen
antibiotischer oder antiparasitärer Behandlungen waren mit 0,02 bis 0,05 pro
Durchgang niedrig. Auch die erreichten Junghennengewichte lagen auf
vergleichbaren Niveaus, allerdings mit größerer Streubreite hinsichtlich der
Uniformität.



Insgesamt konnten keine Hinweise auf spezifische Gesundheitsprobleme
in Folge der Gewährung von Freilandzugang für Junghennen gefunden werden. Allerdings
machen die zum Teil großen Spannbreiten in den Ergebnissen deutlich, dass die
Anforderungen an das Management durch den Freilandzugang steigen können. Zum
Management und zur Ausgestaltung des Freigeländes nach der EG-Ökoverordnung
werden unter Berücksichtigung der Praxiserfahrungen in den untersuchten Ländern
Empfehlungen gegeben.



In Zusammenarbeit mit: Veterinärmedizinische Universität Wien, österreich; Danish Agricultural Advisory Service DAAS, Dänemark; öko-Marketing GmbH, Schweiz

Zuletzt aktualisiert 2020-24-09 um 11:37