Externally funded project

Verbundproj. Frankf.RheinMain Phase 2 (DieMoRheinMain: Frankfurt RheinMain vernetzt – Dienstleistungen fördern elektrische Mobilität - Projektphase 2)


Project Details
Project duration: 09/201608/2017


Abstract

Die Region Frankfurt RheinMain zeichnet sich durch
eine sehr hohe Verfügbarkeit unterschiedlicher Verkehrsmittel aus, die
eng verzahnt und intermodal nutzbar sind. Carsharing und
Leihfahrradangebote haben sich in den Kernstädten wie Frankfurt, Mainz,
Darmstadt und Offenbach als ergänzende Angebote zum Öffentlichen
Personennahverkehr etabliert. Park & Ride und Bike & Ride
Angebote sind in der Region zentraler Bestandteil der intermodalen
Verknüpfung. Darüber hinaus werden durch die öffentliche Hand
verschiedene Informationssysteme zu den Verkehrsangeboten betrieben und
kontinuierlich weiterentwickelt. Derzeit findet die Elektromobilität
innerhalb dieser Informationssysteme zu den Verkehrsangeboten noch
vergleichsweise wenig Beachtung. Dies liegt einerseits an der geringeren
Verbreitung elektromobiler Angebote und andererseits an dem bestehenden
Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen über spezifische
Dienstleistungen zur Elektromobilität. Dieser Tatbestand trifft nicht
nur auf die Region Frankfurt RheinMain zu, sondern ist vielmehr eine
Herausforderung der gesamten Bundesrepublik.


Mit dem Ziel zur Akzeptanzerhöhung beizutragen,
wurden im Forschungsprojekt "Frankfurt RheinMain vernetzt –
Dienstleistungen fördern elektrische Mobilität“ (DieMoRheinMain)
innovative Dienstleistungen für die Elektromobilität entwickelt, diese
in bestehende Systeme und regionale Netzwerke eingebracht und für einen
weiteren Transfer bereitgestellt. Ziel der Teilvorhaben (multimodale
Tarife, Mieterticket und webbasierter Kostenrechner) des Fachgebietes
war es, neue Erkenntnisse für den Einsatz von Dienstleistungen zu
erhalten, welche Elektromobilität in integrierten, zukunftsfähigen
Verkehrskonzepten fördern.


Ein multimodaler Tarif verknüpft mehrere
Verkehrsdienstleistungen und bietet im Paket besondere Konditionen
gegenüber der Nutzung von Einzeldienstleistungen. In diesem Teilprojekts
wurden Tarife konzipiert und daraus Handlungsempfehlungen für
Verkehrsverbünde und -dienstleister abgeleitet. Die Ergebnisse zeigen,
dass ein hohes Interesse besteht, neben Bus und Bahn über weitere
Verkehrsdienstleistungen in einem Tarifprodukt zu verfügen: Drei Viertel
der Gelegenheitskunden bzw. vier Fünftel der Stammkunden wählen
Zusatzleistungen. Allerdings sind die Präferenzen für Leistungsinhalte
eines Tarifprodukts sehr heterogen.


Durch den im Projekt entwickelten Kostenrechner kann
sich der Verkehrsteilnehmer über die Kosten von Elektrofahrzeugen
informieren. Der Kostenrechner schafft mittels einer
Gesamtkostenbetrachtung Transparenz, indem er für die gewählte
Lebensdauer die jährlichen Vollkosten eines Elektrofahrzeuges ermittelt
bzw. prognostiziert und diese den Vollkosten eines vergleichbaren
Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor gegenüberstellt. Es hat sich gezeigt,
dass aus rein ökonomischer Sicht ein Elektrofahrzeug nur bei längeren
Haltedauern oder ab einer hohen Gesamtfahrleistung einen Vorteil
gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bietet. Dabei gibt es
größere Unterschiede zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen. Der
Kostenrechner ist unter kostenrechner.uni-kassel.de frei zugänglich.


Im Projekt wurden weiterhin verschiedene Konzepte
für Mietertickets entwickelt: freiwilliges Modell, Solidarmodell,
Sharingmodell. Mietertickets ermöglichen den Bewohnern eines
Wohngebietes oder eines Wohnungsunternehmens über ein spezielles
Tarifangebot einen einfachen und preisgünstigen Zugang zum ÖPNV. Der
öffentliche Verkehr als Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität soll
dadurch bei der Entscheidung für ein Verkehrsmittel stärker
berücksichtigt werden (85% der Wege beginnen oder enden an der eigenen
Wohnung). Das Sharingmodell (mehrere Nutzer teilen sich eine Zeitkarte)
wird als Pilotprojekt in einem neuen Wohngebiet eingeführt. Der
Einführungsprozess wurde im Projekt in der Vorstufe unter Einbeziehung
der Bewohner und der Akteure vor Ort wissenschaftlich begleitet. Durch
die Evaluation des Verkehrsverhaltens der bisherigen Bewohner und deren
Anforderungen an ein entsprechendes Angebot sowie der örtlichen
Gegebenheiten (u. a. zukünftig vorhandenes Verkehrsangebot,
Bewohnerzahl) wurden Handlungsempfehlungen für die Umsetzung sowie ein
Tarifkonzept unterbreitet.

Das Projekt wurde in Kooperation mit House of Logistics & Mobility
GmbH (HOLM), integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement GmbH (ivm),
Frankfurt am Main - University of Applied Sciences, Fraunhofer-Institut
für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) durchgeführt.
Umsetzungspartner sind die Landeshauptstadt Mainz, Stadt Rüsselsheim,
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Modellregion Rhein-Main, Messe Frankfurt
Exhibition GmbH, GatewayGardens GmbH, Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH,
Regionalverband FrankfurtRheinMain und EDAG GmbH & Co. KGaA.
„DieMoRheinMain“ wurde im Rahmen des Förderschwerpunktes
„Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität“ vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Projektträger Phase 1: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)

Projektträger Phase 2: PTKA Projektträger Karlsruhe, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

 

Was kostet Elektromobilität?
Der DieMoRheinMain-Kostenrechner vergleicht Fahrzeuge mit Elektro-, Diesel- und Benzinmotor.
Der Kostenrechner wurde im Projekt DieMoRheinMain entwickelt.



Principal Investigator

Last updated on 2020-11-03 at 10:08