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Studie zum Hochwasserschutz an der Bauna


Project Details
Project duration: 09/199304/1995


Abstract
Am 31.07.1992 verursachte ein Sommerhochwasser im Niederschlagsgebiet der Bauna große Schäden, der ermittelte Gesamtschaden lag bei 13 Mio. DM. Aus dem Jahr 1986 lag eine Bearbeitung der Björnsen GmbH vor, in der sieben Standorte für Hochwasserrückhaltebecken untersucht wurden und ein stu-fenweiser Ausbau von vier Standorten mit einem Gesamtrückhaltevolumen von 548.000 m? vorgeschlagen wurde. In den vergangenen 10 Jahren wurden zunehmend kleinere, dezentrale Lösungen für den Hochwasserschutz diskutiert. Prof. Dr.-Ing. F. Tönsmann wurde daher gemeinsam mit Prof. Dr. W. Meinel und der Björnsen GmbH beauftragt, in einer technischen Studie zum Hochwasserschutz und einer ersten Risikoanalyse vor allem die Möglichkeiten des dezentralen Hochwasserschutzes für das Baunaeinzugsgebiet zu untersuchen und einen Ausführungsvorschlag zu unterbreiten.
Mit einem Niederschlag-Abflußmodell wurden die Systemzustände Istzustand, Prognose, Kanalstauräume, Kleinstrückhalte, Kleinrückhalte, Renaturierung, Regenwasserbewirtschaftung und Auswirkung von der A 44 und A 49 untersucht. Für jeden Systemzustand wurde das Abflußverhalten der Bauna bei Niederschlagsereignissen mit unterschiedlichem Wiederkehrintervall (1, 5, 10, 20, 50 und 100 Jahre) berechnet. Für die weiteren Untersuchungen wurden zwei Kombinationen aus mehreren Systemzuständen vorgeschlagen. Mit den Ergebnissen der Niederschlag-Abfluß-Berechnung wurden Wasserspiegellagenberechnungen durchgeführt und Überschwemmungsflächen ermittelt. Die erforderlichen technischen Maßnahmen wurden soweit geplant, daß die Umsetzbarkeit, die entstehenden Kosten sowie der notwendige Eingriff in die Umwelt abgeschätzt werden konnte. Gleichzeitig wurde in einer umfangreichen Befragung der betroffenen Bürger der beim Hochwasser 1992 entstandene Schaden erfaßt und auf andere statistische Ereignisse umgerechnet.
Zwei technische Ausführungsvorschläge wurden erarbeitet. Soll innerhalb der Ortslagen weitgehend auf lokale Maßnahmen, wie Ufermauern und Deiche verzichtet werden, dann ist es notwendig, vor den Ortslagen Kleinrückhalte zu bauen mit einer maximalen Stauhöhe bis zu 5 m über Ge-lände. Soll die maximale Stauhöhe der Kleinrückhalte auf 2 m über Gelände begrenzt werden, werden innerhalb der Ortslagen kaum zumutbare lokale Maßnahmen (Ufermauern bis 1,8 m Höhe) erfor-derlich. Zur definitiven Festlegung des Hochwasserschutzkonzeptes wurden weitergehende Untersuchun-gen zur Hydrologie, technischen Machbarkeit und Umweltverträglichkeit empfohlen.

Last updated on 2017-11-07 at 13:59