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Rechtsanwaltsvergütung: Chancengleichheit, Verbraucherschutz und Anreizwirkungen - Theorie und Empirie


Project Details
Project duration: 20062012


Abstract
Sowohl der EuGH als auch das BVerfG haben sich Ende 2006 kritisch zur Regulierung der Rechtsanwaltsvergütung geäußert. Die Gerichte sehen in der Regulierung Eingriffe in die Dienstleistungs- bzw. Berufsfreiheit, welche allerdings ihre Rechtfertigung in den angestrebten Zielen: Verbraucherschutz, Chancengleichheit und "Unabhängigkeit des Anwalts" finden könnten. Daneben drängt die Europäische Kommission längst auf eine Deregulierung im Rechtsberatungsbereich der Mitgliedstaaten.
In dem Forschungsprojekt wird untersucht, wie sich verschiedene Vergütungssysteme auf die drei vorgenannten normativen Kriterien auswirken. Methodisch wird dafür auf die ökonomische Modellierung, den Rechtsvergleich und eine statistische Untersuchung auf Grundlage einer Primärdatenerhebung bei Gerichten und Anwälten zurückgegriffen. Die Vernetzung dieser unterschiedlichen Methoden ermöglicht die Ausweitung der bisher im wesentlichen an den Vergütungssystemen des anglo-amerikanischen Rechtsraumes orientierten ökonomisch fundierten Diskussion auf die deutsche und andere kontinentaleuropäische Rechtsordnungen. Der dafür verwendete Ansatz der statistischen Erhebung ist vollkommen neu: Daten über den Ablauf und den Ausgang tatsächlicher Gerichtsprozesse werden mit Daten über die beteiligten Kanzleien und deren Honorarverhalten kombiniert, um so testen zu können, ob die Höhe des gezahlten Honorars den Prozessausgang beeinflusst.


Research Areas


Last updated on 2017-11-07 at 14:00