Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Diversität in der pädagogisch-didaktischen Ausbildung von Sportlehrkräften – Entwicklung und Einsatz eines Lehrkonzepts zur Inklusion in der ersten Phase der Lehrerbildung


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 04/201503/2018


Zusammenfassung


Die pädagogische Arbeit mit einer zunehmend heterogenen Schülerschaft verlangt nicht nur von der Institution Schule, sondern auch von allen darin Lehrenden eine hohe Kompetenz im Umgang mit der Vielfalt ihrer Schülerinnen und Schüler. Eine fundierte pädagogisch-didaktische Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte zur Inklusionsthematik ist daher unabdingbar (KMK, 2010). Aber „den bildungs- und sportpolitischen Entscheidungen […] stehen bis heute kaum evaluierte Konzepte für Unterricht und Lehrerbildung gegenüber“ (Scheid & Friedrich, 2015, S. 35). Es ist daher das Ziel des Projektes, ein Lehrkonzept zur Inklusion für die erste Phase der Sportlehrerausbildung zu entwickeln und zu erproben. Dementsprechend stehen zwei Leitfragen im Mittelpunkt des Interesses:




  1. Wie kann die Inklusionsthematik in die erste Phase der Sportlehrerbildung eingebettet werden (Lehrkonzept)?


  2. Welche Wirkungen ergeben sich bei den Studierenden durch die Teilnahme an der Lehrveranstaltung (Wirkungsanalyse)?



Um die erste Leitfrage zu beantworten, wird ein Modell inklusionsbezogener Kompetenz für Sportlehrkräfte entworfen. Die Studie berücksichtigt dabei Arbeiten zum Begriff der Kompetenz (u.a. Terhart, 2000; Baumert & Kunter, 2006) und versteht diese zunächst als „berufsbezogene Fähigkeiten einer Person, genauer: die im Verlauf der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten von Absolventen der 1. und der 2. Phase der Lehrerbildung“ (Terhart, 2005, S. 277). Im Projekt werden darauf aufbauend Inhalte für eine Lehrveranstaltung abgeleitet und im Rahmen eines Seminars umgesetzt.



Um die zweite Leitfrage nach der Wirkung des Ausbildungskonzeptes zu erfassen, liegt der Fokus auf der Erfassung von Änderungen in den Bereichen Wissen und Einstellungen. Wissen bezieht sich in diesem Fall nicht nur auf fachliche Aspekte, sondern ebenfalls auf fachdidaktisches und pädagogisches Wissen. Studien verweisen in diesem Kontext immer wieder auf den Zusammenhang von Einstellungen und einem erfolgreichen Unterrichten  (Baumert & Kunter, 2006).



Zur Evaluation der Wirkungen des Ausbildungskonzeptes bietet sich die Methode der schriftlichen Befragung in einem Versuchs-Kontrollgruppen-Design an. Der eingesetzte Fragebogen ist aus  dem inklusionsbezogenen Kompetenzmodell abzuleiten. Um den reflexiven Umgangs mit der Inklusionsthematik zu fördern und mögliche Einstellungsveränderungen zu erfassen, wird  die Methode der Portfolioarbeit eingesetzt.



Nach der Entwicklung des Kompetenzmodells und der darauf aufbauenden Konzipierung eines Seminars wird im Wintersemester 2015/16 eine Pilotphase durchgeführt. Im Anschluss  sind mehrere Erhebungswellen bis einschließlich des Sommersemesters 2017 vorgesehen.



Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:01