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Juristisch-informatische Modellierung von Internetwahlen (ModIWa)


Project Details
Project duration: 06/200905/2011


Abstract
Seit vielen Jahren sind Wahlen über das Internet weltweit Gegenstand der politischen, der rechtswissenschaftlichen und der informatischen Forschung. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu elektronischen Wahlgeräten (Urteil des Zweiten Senats vom 3. März 2009) hat auch für den Bereich der Internetwahlen neue rechtliche Impulse gegeben, denn die Grundprämisse, dass nämlich Wählerstimmen vermittels eines elektronischen Rechenvorganges verarbeitet werden, wohnt beiden Systemen inne.

Das Projektziel ist eine wissenschaftlich tragfähige Evaluierungsgrundlage für Online-Wahlsysteme. Hierfür wird in interdisziplinärer Kooperation ein Referenzmodell entwickelt. Dieses soll eine rechtliche und eine informatische Grundlage haben. Rechtlicher Ausgangspunkt sind die abstrakten verfassungsrechtlichen Wahlrechtsgrundsätze und die sie konkretisierenden einfachgesetzlichen Regelungen. Die Wahlrechtsgrundsätze gelten nicht nur für politisch-parlamentarische Wahlen, sondern auch für andere gesetzlich vorgeschriebene Wahlen (z.B. Betriebsrat, Personalrat, Sozialversicherung) und autonom gestaltbare private Wahlen (z.B. Vereine, Gesellschaften). Je nach Wahlanwendungstyp gelten sie mit unterschiedlicher Strenge.

Aus den Wahlrechtsgrundsätzen werden anhand der Methode KORA (Konkretisierung rechtlicher Anforderungen) rechtliche Anforderungen und Kriterien abgeleitet, die dann nach Methoden der IT-Sicherheitsmodellierung überprüft und als formales Modell dargestellt werden. Ein zugehöriges Vertrauensmodell beschreibt die Einbettung des Sicherheitsmodells. Für dieses rechtlich-informatische Referenzmodell werden anschließend technische Gestaltungsziele und Gestaltungsvorschläge abgeleitet, die als Referenzrahmen für die Entwicklung und Evaluierung von Online-Wahlsystemen dienen können.

Last updated on 2017-11-07 at 13:38