Project without external funding

Optimierung der ökonomischen Wertung für die Projektplanung in der ländlichen Regionalentwicklung - Untersucht an ausgewählten Projekten deutscher Regionen -


Project Details
Project duration: 12/199812/2001


Abstract
A Ziele und Konzept des eigenen Vorhabens
a) Ziele
Für die gegenwärtige Ausprägung der ländlichen Regionalentwicklung wird ein Standard-Ansatz für eine konsistente Projektplanung gesucht, die den formalen und ökonomischen Ansprüchen auf der Basis heutiger Erkenntnisse Rechnung trägt. Im Rahmen dieses Ansatzes ist die Erarbeitung eines Ablaufschemas vorgesehen, das projekt-relevante Informationen über eine integrierte, EDV-gestützte Wirtschaftlichkeitsrechnung einer ökonomischen Wertung zuführt. Zur Begründung solch eines Ansatzes seien folgende Argumente angeführt: zum einen rückt der sparsame Einsatz verfügbarer Mittel in den Vordergrund und zweitens zwingt er die Beteiligten zur Orientierung an einer realistischen Projektplanung, so daß die Gefahr einer nicht seltenen Fehl-ent-scheidung geringer oder sogar verhindert wird. Schließlich liefert eine intensive ökonomische Aus-einandersetzung Aussagen über den effizienten Mitteleinsatz und zwingt zu Aussagen über den zeitlichen Planungshorizont. Letztendlich kann dieser ökono-mische Modellansatz positiv auf die Projektumsetzung hinwirken, indem er die Realisierungs-chancen erhöht und das Projekt als solches tragfähig macht. Am Ende soll den Projektverantwortlichen als auch den Entscheidenden im Rahmen der Planung ein kompaktes und transparentes Modell zur Verfügung stehen, daß es ihnen ermöglicht, relativ ge-sicherte Aussagen über die Zweckmäßigkeit von Vorhaben zu treffen. Eine gründliche, EDV- ge-stützte Wirt-schaftlichkeitsbetrachtung kann somit einen wesent-lichen Beitrag für eine rationelle und richtig konzipierte Umsetzung neuer Projekte liefern, die ihrerseits die Wahrscheinlichkeit zu-künftiger Projekterfolge erhöht.
b) Konzept
Um das Ziel der Arbeit zu konkretisieren, sollen 4 Projekte aus Regionen mit integrierter ländlicher Entwicklung intensiv auf ihre Planungskonzeption hin untersucht werden. Zunächst werden zu die-sem Zweck die unterschiedlichen Ausgangssituationen analysiert und der gegenwärtige Stand ver-gleichend dargestellt. Nachdem der Stellenwert der ökonomischen Wertung in praktizierten Pro-jektplanungen untersucht worden ist, soll in einer normativen Betrachtung das Ablauf-schema für Regionalprojekte entwickelt werden. Darauf aufbauend wird ein zweckmäßiger Stan-dard-Ansatz einer Projektplanung mit integriertem Modell einer EDV-gestützten ökonomischen Wertung ent-wickelt. In einem letzten Schritt wird dieses Modell an den ausgewählten Projekten erprobt und die Ergebnisse umfassend dargestellt. Als auszuwählende Projekte sind Vorhaben aus Bayern, Hessen, Niedersachsen und Thüringen vorgesehen. Die Auswahl ist Gegenstand des Vor-habens und kann erst nach weiteren Analysen erfolgen. Der Standard-Ansatz soll nach Vorstellungen des Autors die Vorzüge sowohl privatwirtschaftlicher Kalküle als auch der Kosten-Nutzen-Unter-suchungen öffentlicher Investi-tionen einbeziehen. Dabei sind neben dem theoretischen Anspruch die Schwierig-keiten der prak-tischen Durchführ-barkeit nicht zu verkennen. Es ist jedoch ein explizites Anliegen, den nicht direkt in Geldeinheiten zu messenden Nutzen öf-fentlicher Investitionen in Form von Projekten stärker auszuweisen, als es in der Vergangenheit der Fall war.
B Stand der Forschung
Wenn man sich in der Regionalentwicklung mit wirtschaftlichen Überlegungen befassen will, so führt kein Weg an einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Projektplanung für die ländliche Entwicklung vorbei. Betrachtet man die Literatur der letzten Jahre, so finden sich in vielen Be-reichen ausführliche Darstellungen zu den The-men Projekt- und Programmplanung, Kosten-Nut-zen-Analyse, Wirtschaftlichkeits-rechnungen, Investition und Finanzierung, etc. Allen gemeinsam fehlt allerdings eine systemati-sche Verzahnung der unterschiedlichen Belange und Zielsetzungen des Pro-jektmanagements , der Regio-nalökonomie und der internationalen Zusammenarbeit , die den heutigen Anforderungen und Be-dürfnissen entspricht. Ein weiterer Bedarf liegt m.E. bei der schwerpunktmäßigen Auseinandersetzung mit Wirt-schaftlichkeitsrechnungen, die in der Vergan-genheit bei der Bewertung von Kosten und (insbeson-dere) Nutzen nicht unerhebliche Probleme bereitet haben. Als interessant ist ferner der Vergleich der Planung von nationalen (europäischen) Regio-nal-pro-jekten mit denen der Internationalen Zusammenarbeit einzuordnen: Als formal konsistentes und prakti-ziertes Planungsinstrument der Entwicklungszusammenarbeit darf sicherlich neben heuristi-schen Verfahren und ad-hoc-Ansätzen die zielorientierte Projektplanung gelten . Durch einen Ver-gleich soll überprüft wer-den, ob bestimmte Elemente der praktischen Planung aus der Entwick-lungszusammenarbeit für Regionalprojekte übernehmbar sind.
In Verfahren der Flurbereinigung und Dorferneuerung wurden bereits Mitte der 70er Jahre Ver-suche einer Quantifizierung von Kosten und Nutzen in Wirkungsbe-reichen von Landwirtschaft, Fremdenverkehr und öffentlichen Sektor entwickelt . Diese ent-sprechen allerdings nicht mehr den heutigen Anforderungen und verdienen bei den neueren An-sätzen in der Regionalentwicklung eine aktuelle Überprüfung ökonomischer Zusammenhänge. Man muß allerdings ergänzen, daß die An-sätze von Kosten-Nutzen-Untersuchungen zumindestens theoretisch ein hohes Niveau erreicht ha-ben. Hier ist m.E. eine wissenschaftliche Herausforderung zu sehen, diese Stan-dards für die Pro-jektplanung in ländlichen Regionen zu nutzen. Es ist daher beabsichtigt, die verschiedenen Verfah-ren der Kosten-Nutzen- und Nutzwert-Analyse auf die Planung bzw. Be-wertung von Projekten anzuwenden. Kern der Arbeit ist das Modell, daß die diversen Projektan-sätze in eine ökonomische Analyse überträgt und sie somit einer Auswertung bzw. Teilentscheidung zugänglich macht.

Last updated on 2017-11-07 at 14:02