Project without external funding

Umsetzung dezentraler Hochwasserschutzmaßnahmen


Project Details
Project duration: 04/199607/1999


Abstract
In den Jahren 1993 bis 1995 wurde vom Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft ein Hochwasserschutzkonzept für das Einzugsgebiet der Bauna erarbeitet. Das Konzept beinhaltete folgende Maßnahmen zur Hochwasserreduzierung:
- Renaturierung der Bachläufe - Regenwasserbewirtschaftung - Rückhalte unterschiedlicher Größe bis maximal 100.000 m? Inhalt - Lokale Maßnahmen in den Ortslagen
Auf der Studie aufbauend wurde im Rahmen dieses Projektes ein umfangreiches Meßprogramm durchgeführt um das erforderliche Stauvolumen zu minimieren und die Anordnung der Becken im Einzugsgebiet und die Beckensteuerung zu optimieren.
Im Einzugsgebiet wurden 4 Niederschlagsgeber mit Datenlogger, 2 Abflußmeßstellen so-wie eine Wetterstation zur Messung weiterer Klimaparameter eingerichtet. Die von 1997 bis 1999 durchgeführten Messungen wurde ausgewertet, mit älteren Aufzeichnungen von Tageswerten des Niederschlages verglichen und zur Verwendung in einem Niederschlag-Abfluß-Modell aufbereitet. Außerdem wurden umfangreiche Bodenuntersuchungen und Abflußmessungen mittels Meßflügel während der Projektlaufzeit durchgeführt.
Es wurde ein neues Niederschlag-Abfluß-Modell vom Einzugsgebiet aufgestellt und an Hand der gewonnenen Meßdaten kalibriert. Hinsichtlich der Beckenstandorte wurde eine optimierte Lösung erarbeitet wobei einzelne Becken die in der Studie angesetzte maximale Größe von 100.000 m? Stauvolumen überschreiten. Es zeigte sich, daß die Hochwasserwelle deutlich stärker reduziert werden kann, wenn die Hochwasserrückhaltebecken die Welle nicht nur verformen sondern auch bis zum Ablauf des Ereignisses zurückhalten und damit das Wellenvolumen deutlich reduzieren. Dies erfordert jedoch einen deutlich größeren Aufwand bei der Beckensteuerung.
Alternative technische Lösungen wurden von den Ingenieurbüros angeregt und hydrologisch/hydraulisch überrechnet. An einem Standort wird jetzt auf Grund eines Sondervor-schlages eines Ingenieurbüros anstatt eines Durchlaufbeckens ein Polder gebaut, was einen geringeren Eingriff in das Gewässer und den Uferrandstreifen ermöglicht.
Die 1997 begonnene bauliche und betriebliche Umsetzung wurde begleitet und die gemeinsam erarbeiteten Ausführungsvorschläge mit den Fachbehörden und der Öffentlichkeit diskutiert und abgestimmt.
Das Projekt zeigt beispielhaft die Umsetzung dezentraler Hochwasserschutzmaßnahmen und hat Pilotfunktion für weitere Projekte dieser Art. Da die Bauherren bereits mit der Umsetzung des Konzeptes begonnen haben und diese konsequent fortführen werden, besteht hier die Möglichkeit auch die tatsächlichen Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen weiter zu untersuchen. Der umweltverträgliche Hochwasserschutz im Baunatal wurde als weltweites Projekt der EXPO 2000 in Hannover registriert.

Last updated on 2017-11-07 at 14:02