Externally funded project

NRVP 2020: Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich? Weiterentwicklung der Methode für den Vergleich von Erträgen und Aufwendungen verschiedener Verkehrsmittel anhand von kommunalen Haushalten und Entwicklung eines Tools (NRVP 2020: Welche Kosten verursachen verschiedene Verkehrsmittel wirklich? Weiterentwicklung der Methode für den Vergleich von Erträgen und Aufwendungen verschiedener Verkehrsmittel anhand von kommunalen Haushalten und Entwicklung eines Tools)


Project Details
Project duration: 08/201512/2017


Abstract

Die Höhe der Aufwendungen und Erträge, die einer
Kommune aufgrund des städtischen Verkehrs entstehen, sind i.d.R. bisher
ebenso unbekannt, wie dessen Aufteilung auf die verschiedenen
Verkehrssysteme. Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der
Universität Kassel hat aufgrund dessen im Vorgängerprojekt "NRVP -
Kostenvergleich zwischen Radverkehr, Fußverkehr, motorisiertem
Individualverkehr und ÖPNV anhand von kommunalen Haushalten" eine
entsprechende Methode entwickelt. Diese ermöglicht die Quantifizierung
und Aufteilung aller verkehrsbezogenen Aufwendungen und Erträge einer
Kommune auf Fuß-, Rad-, Kfz-Verkehr und ÖPNV.


Im vorliegenden Projekt wurde diese Methode in Form eines IT-gestützten Tools inklusive eines Anwenderleitfadens aufbereitet, um


  • den Aufwand für die Anwendung der Methode für die Kommunen zu reduzieren,
  • das Vorgehen soweit möglich zu standardisieren (Vergleichbarkeit der Ergebnisse),
  • Fehler bei der Anwendung der Methode zu verhindern.


Das Tool wurde zunächst basierend auf der bisherigen
Methode entwickelt und anschließend von zwei Kommunen eigenständig
angewandt. Dieser Test sollte die eigenständige Anwendbarkeit des Tools
demonstrieren und durch die Rückmeldungen der Anwender hinsichtlich
Bedienung und Nutzerführung optimiert werden.


Zeitgleich mit diesem Praxistest wurde das Verfahren
weiterentwickelt und um einen weiteren Baustein ergänzt. Die
Weiterentwicklung umfasste eine differenziertere Betrachtung des
Kfz-Verkehrs: Da der Schwerverkehr die Infrastruktur im Allgemeinen
stärker beansprucht als der Pkw-Verkehr, wird der bisherige Anteil des
gesamten Kfz-Verkehrs an den Aufwendungen und Erträgen differenziert für
Lkw- und Pkw-Verkehr ermittelt. Um die praktische Anwendung des
Verfahrens zu demonstrieren, wurde die weiterentwickelte
Aufteilungsmethode exemplarisch für drei Städte (Freie Hansestadt
Bremen, Stadt Kassel und Landeshauptstadt Kiel) angewandt.


Neben dieser Verfeinerung der Methode wurde durch
den Einbezug externer Effekte ein weiterer Baustein ergänzt, der neben
der rein betriebswirtschaftlichen Sicht eine volkswirtschaftliche
Betrachtung ermöglicht. Denn zusätzlich zu den Aufwendungen, die direkt
in kommunalen Rechnungsunterlagen enthalten sind, verursacht der Verkehr
auch volkswirtschaftliche Kosten, die nicht vom Verursacher, sondern
von der Allgemeinheit getragen werden müssen (externe Kosten durch
Lärm-, Luftschadstoffemissionen etc.). Darüber hinaus generiert der
nicht-motorisierte Verkehr bei häufiger Nutzung externe Nutzen, da
regelmäßige Bewegung sich im Allgemeinen positiv auf das kardiovaskuläre
System auswirkt und somit volkswirtschaftliche Kosten z. B. für die
Behandlung von Krankheiten oder Ausfall von Arbeitsleistung vermindert
werden.


Die Weiterentwicklung und der neue Baustein wurden
sukzessive in das bestehende Tool integriert und beispielhaft für die
Städte Bremen, Kassel und Kiel angewendet, für die auch im
Vorgängerprojekt bereits die bestehende Methode getestet wurde. Die
Erkenntnisse aus dem Praxistest des Tools gingen ebenfalls in das Tool
und den Anwenderleitfaden ein.

Das Forschungsprojekt wird im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

 

Präsentationen mit Informationen und Daten:




Principal Investigator

Last updated on 2020-05-02 at 12:33