Drittmittelprojekt

Grundlagen für die Dienst-Co-Evolution (PROSECCO)


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 10/201509/2017


Zusammenfassung

Intensiv genutzte Software muss sich kontinuierlich weiterentwickeln, um Nützlichkeit und Qualität zu bewahren. Das Hinzufügen und Entfernen von Funktionen, die Behebung von Fehlern, das Schließen von Sicherheitslücken, die Verbesserung der Performance – all dies verlangt nach Änderungen. Das gilt auch für Dienste in einem Computernetz. Die Unterstützung der Dienstevolution ist eine sine-qua-non Anforderung für zukünftige Dienstlandschaften. Die Notwendigkeit einer systematischen Unterstützung der Dienstevolution wird weiter wachsen mit der zunehmenden Verbreitung und Abhängigkeit von solchen Systemen.


 Dienste arbeiten nicht isoliert. Dienste haben Dienstbindungen zu Dienstkunden. Dienste sind Teil von Geschäftsprozessen, bei denen sie von anderen Diensten abhängen. Diese Abhängigkeiten machen die Dienstevolution im laufenden Betrieb zu einem ausgesprochen schwierigen und herausfordernden Problem, weil die Evolution eines Dienstes Änderungen in abhängigen Diensten und Kundenprogrammen erfordern kann. In Analogie zur Biologie nennen wir dies „Dienst-Co-Evolution“.


Die fundamentale Forschungsfrage, die im Projekt PROSECCO beantwortet werden soll, lautet: Wie kann eine koordinierte Dienst-Co-Evolution erreicht werden in komplexen Dienstlandschaften, in denen eine Vielfalt von untereinander abhängigen Diensten existiert? Ein zentralisiertes Management der Dienstevolution ist hier nicht möglich. Es wäre nicht nur ein zentraler Flaschenhals und Ausfallpunkt. Es wäre auch nicht machbar, weil Management und Administration der verschiedenen Dienste in separaten Organisationen ohne zentrale Einrichtungen liegen können.


Unser Forschungsschwerpunkt liegt auf den Grundlagen der koordinierten Dienstevolution. Wir werden Sprache und Protokolle für die Co-Evolution erforschen. Softwaretechnische Aspekte der Evolution der Dienstimplementierungen werden nicht adressiert. Offensichtlich hat die Dienstevolution Ähnlichkeiten zur kompositionellen Adaption von Anwendungen. Somit kann unser Lösungsansatz auf unseren ausgiebigen Erfahrungen mit Entwicklungsmethodik und Middleware für selbst-adaptive Software aufbauen.


PROSECCO wird die folgenden Forschungsergebnisse liefern: (1) Ein Architekturmodell für die Dienst-Co-Evolution inklusive einem Evolutionsagenten; (2) eine semi-formale Notation für Dienstevolutionsaufträge; (3) Protokolle und Choreographien für die Co-Evolution; (4) eine Open-Source-Implementierung eines Prototyps und zugehörige Demonstratoren.


Schlagworte: Service-oriented Computing, Dienstevolution, Koordination

Zuletzt aktualisiert 2017-05-12 um 13:16