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City as Museum? Spatial Practices of documenta and the Figuration of the Exhibition. (Das Forschungsvorhaben untersucht die Expansion der documenta an neue Orte und die Praxis der Produktion spezifischer Ausstellungssituationen als konstitutive Moment der kuratorischen Strategie zu Ausbildung von Ausstellungsnarrativen.)


Project Details
Project duration: 01/201801/2020


Abstract

Das Forschungsvorhaben untersucht unter dem Titel »Stadt als Museum?« die Figuration[1] der alle fünf Jahre aufs Neue erfolgenden Manifestation der documenta als räumliches Vermittlungsmodell der jeweiligen kuratorischen Konzeption für das Museum der 100 Tage. These ist, dass die sich seit 1955 in ganz unterschiedlichen Formen manifestierten Ausstellungen der documenta von einer kontinuierlichen räumlichen Praxis geprägt sind, die sich durch aufeinander aufbauende strategische Operationen der verantwortlichen Kuratoren auf der Ebene des Ausstellungsraums formiert hat. Untersucht werden sollen hierfür gleichermaßen die realisierten physischen Materialisierungen der Ausstellung als bedeutende Faktoren in der Realisierung der jeweiligen Ausstellungskonzeption sowie die Prozesse, durch die kuratorische Konzepte verräumlicht und in der Stadt als Museum lokalisiert werden.
Die Befragung der Raumpraxis der documenta soll darlegen, aus welchen kuratorischen Fragestellungen heraus die verschiedenen Figurationen der documenta entwickelt wurden und wie die Frage der Figuration im Sinne einer Form der Gesamtinszenierung zunehmend als strategische Operation institutionalisiert wurde. Dabei soll untersucht werden, mit welchen Mitteln dieser kuratorische Modus mit jeder Ausstellungsmanifestation erneut temporäre Architekturen des Zeigens – die Auswahl städtischer Institutionen, Räume und Öffentlichkeiten, deren jeweilige Gestaltung als Ausstellungsorte und ihre Einbindung in den Gesamtraum der einzelnen documenta-Manifestation – bildet. Analysiert werden soll auch, inwieweit die Raumpraxis der documenta seit 1955 zu einem eigenständigen Parameter wird, der documenta als Ausstellungsreihe konstituiert und das im bedeutenden Umfang zur Konstruktion und Rezeption der documenta-Ausstellungen beiträgt.
In der retrospektiven Betrachtung der gesamten Ausstellungsreihe sollen hierfür typologische Analysen der Ausstellungsmanifestationen entwickelt werden, die Entwicklungsgeschichte nachvollzogen und Schlüsselmomente für die Veränderung des Verhältnisses von Ausstellung und Stadt identifiziert werden. Anhand von drei documenta-Ausstellungen – documenta 6, documenta X, documenta 14, die jeweils auf ganz eigene Weise die Manifestation der documenta auf der Ebene der Figuration im städtischen Raum, auf der Ebene der Inszenierung von Ausstellungssituationen und auf der Ebene einzelner Kunstwerke weiterentwickelt haben,– wird das Forschungsvorhaben zeigen, wie die Raumpraxis der documenta die Ausstellung als urbanes Ereignis materialisiert und die Stadt als ihr inszenatorisches Moment produktiv macht. Zentrale Fragestellungen werden dabei sein, wie die Raumpraxis documenta einerseits zu einer Aktualisierung der bespielten Orte und andererseits zu einer Aktualisierung des gesamten Ausstellungsformats beiträgt. Eine weitere bedeutende Frage wird sein, auf welche Art und Weise unterschiedlich geartete Einschreibungen in die Stadt bestimmte Vorstellungen von der Beziehung von Kunst und Gesellschaft im Sinne einer Organisation von Wissen modellieren und bestimmte Formen der Auseinandersetzung mit diesen Ordnungen formatieren und welche Konzepte von Stadt dabei wirksam sind.



Keywords
Architekturtheorie, Ausstellungsgeschichte, documenta, Städtebau

Last updated on 2019-10-04 at 14:27