Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Zur Bedeutung und Wirkung Mori Ogais im Prozess der kulturellen Modernisierung Japans


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 02/200509/2007


Zusammenfassung
Nach Bewilligung einer Förderung durch die DFG konnte das Forschungsprojekt in der vorgesehenen Weise bearbeitet werden. Das bedeutete zunächst, dass das umfängliche und auch heterogene Werk Mori ?gais daraufhin ausgewertet wurde, wie sich für ihn die Konfrontation der westlich-modernen und der überkommenen japanischen Kultur darstellte und mit welchen Denkmitteln (insbesondere: mit welchen Semantiken oder Codes) er diese kulturelle Differenz zu bestimmen, aber auch aufzuheben suchte. In einem zweiten Schritt war dem von dieser Beobachtungs-, Deutungs- und Vermittlungsleistung ausgehenden Einfluss ?gais auf die zeitgenössische japanische Kulturöffentlichkeit (d. h. vor allem wieder: auf das einschlägige Schrifttum) nachzugehen. Dabei erwies sich eine Ausweitung der Forschungsperspektive als notwendig: Nicht nur die ausdrückliche ?gai-Rezeption und -Kritik bedarf der Klärung, sondern auch die mittelbare Wirkung im Rahmen des von ihm etablierten bzw. wesentlich inspirierten Intellektuellen-Netzwerks, das auch in unterschiedliche Wissenschaften, so in die allererst zu begründende Ethnologie, hineinwirkte. Außerdem hat es sich, was die längerfristige Nachwirkung ?gais angeht, als notwendig und spezifisch ergiebig erwiesen, zu untersuchen, wie ?gais Persönlichkeit und Existenz nach seinem Tod im Sinne einer exemplarischen, repräsentativen Bewältigung, der Vermittlungszumutung gedeutet resp. "konstruiert", ?gai also zu einem quasi-legendären "Heros" der interkulturellen Vermittlung erhoben wurde.
Dr. Morikawa hat sich im Frühjahr 2006 für sechs Wochen zu Archiv- und Bibliotheksarbeiten in Tokio aufgehalten; ein zweiter Forschungsaufenthalt ist für November 2006 vorgesehen. Im Januar 2007 findet ein Forschungskolloquium zur Thematik des Vorhabens in ihren größeren Bezügen an der Universität Kassel statt, an dem sich zwei herausragende Fachleute, Prof. Seifert (Japanologisches Institut der Universität Heidelberg) und Prof. Shimada (Japanologisches Institut der Universität Düsseldorf) als Referenten beteiligen werden.
Zum Stand und den Zwischenresultaten der Forschungen wird gegenwärtig ein Bericht erstellt, mit dem der DFG gegenüber die (von Anfang an geplante) Verlängerung des Förderzeitraums um ein halbes Jahr beantragt und begründet wird.
Im Colloquium socio-philosophicum des Projektleiters hat Dr. Morikawa im Wintersemester 2005/06 eine vergleichende Untersuchung über die Codierung von "Liebe" in Japan und Deutschland in Umrissen vorgetragen; nach dem Abschluss der laufenden Bearbeitung wird dazu ein Aufsatz in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden.


Projektleitung


Weitere Projektbeteiligte

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:03