Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Förderung von Reflexionskompetenz im Rahmen der Schulpraktischen Studien II


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 10/201512/2018


Zusammenfassung


Die universitäre Lehramtsausbildung sollte den Erwerb und die Weiterbildung der Handlungs- und Reflexionskompetenz zu ihrer priorisierten Aufgabe erklären, um zukünftige Lehrkräfte auf ihren beruflichen Alltag in der Schule vorzubereiten und ihnen im Umgang mit unsicheren und schwierigen Situationen Sicherheit zu geben. Dafür ist es entscheidend, das unterrichtliche Handeln regelmäßig zu reflektieren. Sollen Lehrkräfte in ihrem Berufsleben selbstständig und eigenverantwortlich handeln können, und nicht nur auf gegebene Rahmenbedingungen reagieren, muss ihnen die hohe Bedeutung „der Reflexivität über ihr eigenes Tun“ (Häcker, 2007, S. 384) frühzeitig aufgezeigt werden. Dabei kann bspw. durch Video-Fallarbeit der professionelle Blick auf das Handeln von Lehrkräften geschult werden. In diesem Kontext bilden die Schulpraktischen Studien einen bedeutenden Bestandteil innerhalb der Lehramtsausbildung.



Schulpraktische Studien sind Theorie und Praxis integrierende Lehrveranstaltungen, die gewährleisten, dass Erziehungs- und Unterrichtspraxis erfahren und wissenschaftlich reflektiert werden kann. Day (1993) bezeichnet Reflexion in diesem Zusammenhang als die „sine qua non“ einer professionellen Entwicklung der eigenen Lehrerpersönlichkeit und verbindet den Lernerfolg auf Seiten der Lernenden unmittelbar mit einer gelungenen Weiterentwicklung der Lehrkraft. Den eigenen Unterricht zu reflektieren, bildet somit die Basis für die Entwicklung der eigenen Lehrkompetenz. So fordern auch Rahm und Lunkenbein (2014), dass für die Zielvorstellung von ´Professionalität durch Reflexivität´ entsprechende Maßnahmen in der Ausbildung von Lehrkräften getroffen werden müssen. Sie weisen darauf hin, dass im Rahmen reflektierender Praktika „Studierende ihre eigene Tätigkeit überdenken, ihre berufliche Sozialisation und ihre Arbeitsbedingungen hinterfragen und damit ihre Handlungskompetenz, ihr Professionswissen und ihre Problemlösekompetenz weiterentwickeln“ (ebd., S. 238) können. Als lohnenswert wird in diesem Kontext auch immer wieder auf das Portfolio als Reflexionsmedium verwiesen (u.a. Hänssig & Petras, 2006).



Auf der Grundlage der Vorarbeiten und Ergebnisse eines abgeschlossenen Lehrinnovations- projektes werden im Rahmen von PRONET zwei Ziele verfolgt:




  1. Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines durch Video- und Portfolioarbeit unterstützten Seminarkonzeptes zur nachhaltigen Entwicklung von Reflexionskompetenz im Rahmen der Schulpraktischen Studien II im Fach Sport.


  2. Aufbau eines Video-Fallarchivs mit thematischen Szenen aus dem Sportunterricht für den Einsatz in der Ausbildung angehender Sportlehrkräfte.



Literatur



Day, C. (1993). Reflection: a necessary but not sufficient condition for professional development. British Educational Research Journal, 19 (1), 83-93.



Häcker, T. (2007). Professionalisierung des Lehrer/innenhandelns durch Professional Development Portfolios. Erziehung und Unterricht, 157, Heft 5/6, 382-391.



Hänssig, A. & Petras, A. (2006). Arbeit mit Portfolio in Schulpraktischen Studien – Planung, Umsetzung und Ergebnisse. In M. Imhof (Hrsg.), Portfolio und reflexives Schreiben in der Lehramtsausbildung (S. 29-56). Tönning: Der Andere Verlag.



Rahm, S. & Lunkenbein, M. (2014). Anbahnung von Reflexivität im Praktikum. Empirische Befunde zur Wirkung von Beobachtungsaufgaben im Grundschulpraktikum. In K.-H. Arnold, A. Gröschner & T. Hascher (Hrsg.), Schulpraktika in der Lehrerbildung. Theoretische Grundlagen, Konzeptionen, Prozesse und Effekte (S. 237-256). Münster: Waxmann Verlag.



 



 




Weitere Projektbeteiligte


Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:03