Project without external funding

Wirksames Umweltmanagement durch verbesserte Partizipation


Project Details
Project duration: 05/200107/2003


Abstract
Vom 01.05.2001 bis 31.07.2003 wurde das Forschungprojekt "Wirksames Umweltmanagement durch verbesserte Partizipation" bearbeitet. Dieses Projekt wurde gefördert von der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf. Kurzbeschreibung: Kontext / Problemlage UMS verschieben den Fokus des betrieblichen Umweltschutzes. Nicht länger die Auflagenbefolgung, sondern das eigenständige Erkennen und Nutzen von Chancen ist von den Unternehmen gefordert. Von beteiligten AkteurInnen wird immer wieder geäußert, dass dabei die Akzeptanz durch die MitarbeiterInnen und deren aktives Mitarbeiten zentral für den Erfolg der Systeme sind. Empirische Studien berichten andererseits jedoch von a) sehr geringem "Gelebt-werden" der Systeme und b) wenig Partizipationsmöglichkeiten bei der Einführung von und Arbeit mit den Systemen. Die Umweltmanagementsysteme werden von wenigen Experten eingerichtet und verwaltet. Der Individualität von Unternehmen werden sie kaum gerecht. Fragestellung Die Ursache für die geringe Diffusion in das Unternehmen wurde in der defizitären Passung zur vorhandenen Unternehmenskultur gesehen. Kultur als die gelebten Überzeugungen, Denkweisen, Normen und Werte prägt das Handeln der AkteurInnen. Die installierten Expertensysteme haben sich dagegen nicht wie die Kultur aus dem Interagieren aller AkteurInnen entwickelt. Es lassen sich Konflikte zwischen den formalen Systemen "von der Stange" und der informalen individuellen Kultur vermuten. Als zu überprüfende Hypothese wurde a) ein positiver Zusammenhang zwischen kultureller Passung und Wirksamkeit von UMS und b) Partizipation als Grundlage für eine höhere kulturelle Passung formuliert. Darauf aufbauend sollten Möglichkeiten ermittelt werden im Rahmen von UMS erweiterte Beteiligung anzuregen. Untersuchungsmethoden Die Überprüfung der Hypothesen wurde in sechs Unternehmen über leitfadengestützte ExpertInnen-Interviews vorgenommen. Gesprächspartner waren Geschäftsführer, Umweltbeauftragte und Betriebsräte, sowie weitere interessante AkteurInnen. Die Interviews wurden auf Grundlage eines um mikropolitische Aspekte erweiterten Kulturbegriffs detailliert kodiert und interpretiert. Eine zusätzliche Überprüfung der Kulturanalyse fand in Workshop in den einzelnen Unternehmen statt. Eine - für die Kulturforschung wichtige - teilnehmende Beobachtung konnte in drei der Unternehmen durch studentische Praktikanten durchgeführt werden. Zusätzlich ergänzt wurde die Analyse durch zwei quantitative Kurzfragebögen und drei unternehmensübergreifende Workshops für die Umweltbeauftragten und Betriebsräte. Darstellung der Ergebnisse In allen Unternehmen konnte eine nahezu vollständige Passung des UMS mit der Kultur beobachtet werden, obwohl die Beteiligungsmöglichkeiten in den meisten Unternehmen eher gering waren. Dies ließ sich auf die dominante Rolle der Geschäftsführung zurückführen. Die Dominanz resultiert dabei sowohl aus der Macht über formale Strukturen, die informal von den Mitarbeitern rekonstruiert werden, als auch aus der Rolle der Geschäftsführung im Unternehmen. Letzteres ist auch auf den mittelständischen Charakter der betrachteten Unternehmen zurück zu führen. Die Persönlichkeit der Geschäftsführer spielte dagegen für diese Dominanz keine Rolle. Die über die Ziele der Geschäftsführung hinaus gehenden Wirkungen der Systeme hängen stark von der vorhandenen Kultur, aber auch von den formalen und informal-mikropolitischen Möglichkeiten der Umweltbeauftragten ab. Möglichkeiten zur Wirkungsverbesserung werden vor allem in der Zusammenarbeit von Umweltbeauftragten und Betriebsräten (im Unternehmen und in übergreifenden Netzen) in Richtung der Entwicklung einer umwelt- und beteiligungsorientierten Unternehmenskultur gesehen.


Principal Investigator


Co-Investigators

Last updated on 2017-11-07 at 14:03