Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Grundprobleme der praktischen Philosophie - Ethik, Pädagogik, Politik


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 20002010


Zusammenfassung
In einem ersten Arbeitsbereich soll auf die Anfänge praktischer Philosophie in der griechischen Klassik zurückgegangen werden. Es soll daran die enge systematische Verknüpfung von ethischen, pädagogischen und politischen Problemstellungen aufgezeigt werden. Sittliche Einsicht kann nicht wie theoretisches Wissen vermittelt werden, dies ist der zentrale Inhalt der platonischen Dialoge "Protagoras" und "Menon", aber auch ein gerechtes politisches Gemeinwesen als Voraussetzung für sittliches Handeln, läßt sich nicht technisch herstellen, sondern steht und fällt mit der politischen Aufgeklärtheit der Regierenden ("Politeia"). Ethik, Pädagogik und Politik gründen nicht nur in der dialogischen Praxis der Polisgemeinschaft, sondern bedürfen auch beständig der dialogischen Erneuerung. In einem zweiten Arbeitsgebiet soll historisch-systematisch das Problem der sittlichen Bildung zusammenfassend dargestellt werden (Comenius und Rousseau, Schleiermacher und Herbart, Fichteaner und Kantianer, Dewey, Makarenko und Freire, Litt und Heydorn). Speziell geht es darum, herauszuarbeiten, wie der Grundgedanke der "Aufforderung zur Selbsttätigkeit" (Fichte) mit dem der Sinnerschließung sittlicher Verantwortung dialektisch vermittelt werden muß. Hier kann auf eine Vielzahl von bereits vorliegenden Publikationen zurückgegriffen werden. In einem dritten Arbeitsbereich soll parallel dazu die politische Grundlagendiskussion - beginnend mit der Renaissance-Philosophie bis in unser Jahrhundert - systematisch auf den Grundgedanken der politischen Aufklärung hin ausgewertet werden. Auch hier liegen schon eine Reihe von Arbeiten vor - insbesonders zur kritischen Philosophie gesellschaftlicher Praxis von Marx bis zur Gegenwart -, an die angeknüpft werden soll. Neben einigen kleiner Vorstudien (zu Hobbes und Spinoza, Locke und Rousseau) soll hier vor allem die politische Grundlagendiskussion des 20. Jhs. systematisch aufgearbeitet werden (Carl Schmitt, Hannah Arendt sowie die heutigen Kontroversen in den USA, Frankreich und Deutschland). Der vierte und fundierende Arbeitsbereich wird sich mit der ethischen Grundlegungsproblematik seit Kant auseinandersetzen. Beginnend mit erneuten Studien zu Kant, Fichte und Hegel soll die Problemstellung hier über die Diskussionen in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts (Scheler, Hartmann, Hönigswald, Cohn) bis zur Ethik des Anderen (Levinas, Fischer) fortgeführt werden, wobei gleichzeit die vorausgehenden Arbeitsschritte in ihren Ergebnissen systematisch miteinbezogen werden sollen.


Weitere Projektbeteiligte


Publikationen
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Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:05