Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und ihre Folgen für die geschlechtliche Arbeitsteilung der aktuellen Debatte


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 01/199512/1998


Zusammenfassung
Die Diskussion um die "Krise der Arbeitsgesellschaft" setzte eine Debatte fort, die zu Beginn der achtziger Jahre in den Sozialwissenschaften intensiv geführt wurde (vgl. Bamberger Soziologentag 1982), dann durch die Vereinigung der beiden deutschen Staaten in den Hintergrund trat und nun unter dem Eindruck der sozialen, ökonomischen und politischen Krise wieder öffentliches Gewicht findet. Die kritische Frauenforschung hatte zu dieser Debatte mit einer weitreichenden Kritik an dem auf Lohnarbeit verkürzten Begriff der Arbeit beigetragen. Unter den Gegenfragen (zu denen des Soziologentags): Wessen Krise findet statt? Geht der Arbeitsgesellschaft wirklich die Arbeit aus? Wurde das Verhältnis von Produktions- und Reproduktionsarbeit, formeller und informeller, vergesellschafteter und privat gehaltener Arbeit analysiert als eine materielle Grundlage des hierarchischen Geschlechterverhältnisses. Wesentliche Teile dieser Kritik des Arbeitsbegriffs wurden in die"allgemeine" Diskussion aufgenommen, nicht in gleicher Weise jedoch die Reflexion des Geschlechterverhältnisses. Die gegenwärtige wissenschaftliche und politische Diskussion sollte daraufhin untersucht werden, wie in den Erörterungen über Arbeitsverteilung, Änderung von Arbeitszeiten, die sozialpolitische und sozialpsychologische Bedeutung von (Erwerbs-) Arbeit das Geschlechterverhältnis reflektiert wird. Forschungsleitende Interessen waren, welchen Einfluss Analysen und Forderungen aus der Frauenbewegung und kritischen Frauenforschung zur Veränderung der geschlechtlichen Arbeitsteilung auf die institutionellen Formen politischer Interessenvertretungen haben; ob und wie institutionalisierte Politik Inhalte aus der Frauenbewegung aufgreift und dadurch verändert wird; ob und wie Inhalte aus der autonomen Frauenbewegung im Prozess ihrer institutionellen Behandlung verändert werden; welchen Einfluss institutionalisierte Formen politischer Interessenvertretung auf die Bildung einer Tradition von Frauen als politischen Subjekten haben, respektive welche Mechanismen zu deren institutionellem Vergessen beitragen. Analysiert wurden Artikel in Zeitungen, Diskussionen und programmatische Äußerungen administrativer Politik, der Parteien, Gewerkschaften und Unternehmen.


Projektleitung


Publikationen

1997
1997
1997
1996
1995
1995

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:06