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Mobile Bezahlverfahren – Rechtsadäquate Gestaltung von Mobile-Payment-Lösungen


Project Details
Project duration: 08/200407/2006


Abstract
Herausforderung
Mobilität spielt in der Nutzung der Informationstechnik eine immer größere Rolle. Neue Generationen mobiler Endgeräte ermöglichen es, unabhängig von Zeit und Ort verschiedenste Dienstleistungen anzubieten. Bedingt durch diese Entwicklung entstehen neue Geschäftsfelder im Bereich des Mobile Commerce. Der mobile Handel umfasst beispielsweise die Bereitstellung von Videos, Musikstücken oder Spielen, welche direkt auf dem mobilen Endgerät wiedergegeben werden können. Ebenso zählen jedoch auch Informationsdienste – wie etwa Nachrichtendienste – sowie das weite Feld der standortbezogenen Dienste dazu. Angesichts dieser vielfältigen Einsatzfelder und des zu erwartenden hohen Absatzmarktes sind die neuen Nutzungsmöglichkeiten mobiler Endgeräte für Mobilfunkbetreiber, Dienstleistungsunternehmen sowie Hersteller von mobilen Endgeräten mit enormen Umsatzmöglichkeiten verbunden. Für diese neuen Geschäftsfelder des M-Commerce müssen passende mobile Bezahlverfahren entwickelt und eingeführt werden.
Die künftigen mobilen Bezahlverfahren bieten nicht nur neue Handlungschancen, sondern enthalten auch eine Reihe rechtlicher Risiken. Zum einen müssen vielfältig zusätzliche Daten erhoben und verarbeitet werden, die zu Profilen über Präferenzen und Aufenthalte zusammengeführt werden können. Die Flüchtigkeit des Mediums erschwert es, über Handlungen und Nichthandlungen belastbare Beweismittel zu generieren. Der fehlende reale Kontakt mit dem Vertragspartner und die mangelnde körperliche Inanspruchnahme der Dienstleistung erschwert deren Prüfung und Bewertung und könnte die gestörte Vertragsparität zwischen Anbieter und Verbraucher noch vergrößern. Schließlich könnten bei mobilen Bezahlverfahren auch Gefahren für die Geldwertstabilität und die Realisierbarkeit von Forderungen entstehen.
Wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Mobile Commerce und Mobile Payment-Lösungen wird es sein, dass sie von den Bürgern akzeptiert werden. Dies wird nun dann der Fall sein, wenn die wichtigsten Risiken für die informationelle Selbstbestimmung, für die Rechts- und Zahlungssicherheit sowie für den Verbraucherschutz durch überzeugende Lösungen ausgeschlossen sind.
Ziel des Forschungsvorhabens
Rechtlich motivierte Gestaltungsvorschläge müssen dabei von Anfang an in die Bezahlverfahren implementiert werden, um marktmäßig verwendbare Mobile-Payment-Geschäftsmodelle realisieren zu können. Das Forschungsvorhaben zielt insoweit darauf ab, die Rechtsverträglichkeit entsprechender Mobile-Payment-Lösungen bereits im Entwicklungsstadium sicherzustellen.
Durchführungsbedingungen
Das Forschungsvorhaben entsteht im Rahmen des Promotionskollegs „Gestaltungskompetenz für fortgeschrittene Informatikanwendungen“ der Universität Kassel und der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Roßnagel. Es wird gefördert durch ein Promotionsstipendium aus der Hessischen Graduiertenförderung. Zusätzlich integriert es sich in das aktuelle interdisziplinäre Forschungsprojekt „Migrationskompetenz als Schlüsselfaktor des 21. Jahrhunderts – Erforschung, Entwicklung und Transfer innovativer, mobiler Internetanwendungen und Prozesse unter ökonomischen, juristischen und technologischen Gesichtspunkten (mik21)“.
Ansprechpartner:
Tobias Stadler Universität Kassel Mönchebergstr.21a D-34109 Kassel Telefon: 0561 / 804 - 2019 E-Mail: t.stadler@uni-kassel.de

Last updated on 2017-11-07 at 14:07