Project without external funding

Entwicklung eines einfachen Membranfiltrationsgerätes zur Aufbereitung von Trinkwasser aus Oberflächengewässern für kleine Personengruppen in Notsituationen 2. Phase


Project Details
Project duration: 06/201002/2011


Abstract
Das Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der Universität Kassel hat in einem vorausgegangenen durch die DBU geförderten Projekt (AZ. 23860/01-23) eine Pilotanlage zur Aufbereitung von Trinkwasser aus Oberflächenwasser für die Grundversorgung von Gruppen von bis zu 500 Personen in Notsituationen entwickelt und gebaut, deren verfahrenstechnisches Kernstück eine gravimetrisch betriebene Membran ist. Dadurch wird der vollständige Rückhalt von Partikeln sowie der weitestgehende Rückhalt von Bakterien realisiert. Die Anlage zeichnet sich durch einen einfachen mechanischen Aufbau, leichte Transportierbarkeit, Robustheit, einfachste Handhabbarkeit und Betrieb ohne externe Energie aus, was sie zu einem zuverlässigen Hilfsmittel zur Selbsthilfe im Katastrophenszenario macht. Die Anlage wird betriebsfähig gelagert und kann daher innerhalb von wenigen Stunden ins Einsatzgebiet transportiert werden.

Ziel des Projektes ist es, mit der gebauten Pilotanlage die Entwicklung einer serienreifen Anlage zu initiieren, wobei der beschrittene technologische Weg weiterentwickelt und näher erprobt werden soll. Hierzu sind optimierende Untersuchungen an der vorhandenen Pilotanlage und Feldversuche mit einer zu bauenden Kleinserie erforderlich. Vor allem die Untersuchungen im Feld, in die auch einschlägige Hilfsorganisationen miteinbezogen werden sollen, zeichnen sich durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität zwischen den Fachdisziplinen Siedlungswasserwirtschaft, Apparatebau, Soziologie, Psychologie, Ethnologie und Medizin aus.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Optimierung konstruktiver Aspekte wie Gehäuseaufbau und hydraulische Leistungsfähigkeit. Die Erkenntnisse fließen in die Entwicklung und den Bau einer Kleinserie ein. Zudem werden Membrantests unter Extrembedingungen durchgeführt, die Aufschluss über die Prozessstabilität der Anlage geben sollen. Um das Anlagenhandling und die Logistik von Transport und Verteilung sowie umweltpsychologische Aspekte der Anlagenanwendung unter Realbedingungen zu testen, wird zunächst ein Testprogramm entwickelt, und anschließend wird mit Hilfe von Feldtests im Inund Ausland unter Beteiligung einschlägiger Hilfsorganisationen die Anlagenanwendung getestet. Hierbei soll die Anlage zumeist von fachfremden Personen, die zudem in einer Gruppe agieren müssen, betrieben werden. Die Erfahrungen fließen in die Entwicklung des Serienproduktes ein.

Last updated on 2017-11-07 at 14:08