Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Untersuchung zur technologischen und wirtschaftlichen Effizienz einer systematisierten Versuchsplanungsmethodik in der Produktentwicklung


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 01/199912/2000


Zusammenfassung
Ausgangssituation:
In Nord-Hessen ist die Industriestruktur durch eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen, die den Hang zum Spezialistentum haben, gekennzeichnet. Um ihre Marktposition zu festigen, müssen sie einen stetigen Kow-how-Ausbau anstreben. Dies gelingt nur durch eine Innovative Weiterentwicklung. Aus diesem Grund haben sich viele Unternehmen in den letzten Jahren der Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 ff. gestellt, weil sie darin eine größere Kundenbezogenheit sowie die Einrichtung eines vorbeugenden Qualitätsmanagments gesehen haben.
Durch eine große Vielfalt an neuen Forderungen (z.B. Verkürzung der Entwicklungszeit, Simulation des Betriebsverhaltens, Audits nach QS 9000 und VDA 6) geraten jedoch diese Unternehmen schnell in ein Qualifizierungsproblem. Innerhalb der aufgeführten Forderungen wird die Integration sogenannter Quality-Engineering-Methoden (wie z.B. Quality Function deployment, Fehlermöglichkeits- und Einflußanalyse, Design of Experiments etc.) verlangt.
Erfahrungen haben gezeigt, daß diese Quality-Engineering-Methoden aber eine längere Vorlaufzeit benötigen, um ihre Vorteile auch effizient zu nutzen. So zeigt sich gerade bei der Versuchsmethodik bzw. -planung (engl. Desing of Experiments), daß nach sorgfältiger Vorbereitung Entwicklungsabläufe gestrafft und technologische Risiken verkleinert werden können.
Klein- und mittelständische Unternehmen arbeiten meistens immer noch mit der sogenannten Trial- and Error-Methode, die auch unter dem Namen One-Factor-at-a-Time-Methode bekannt ist. Diese Methode muß aber durch einen erhöhten Versuchsaufwand teuer erkauft werden. Im Gegensatz zu dieser Methode gibt es noch eine Vielzahl an Verfahren und Methoden (klassische Methoden, Taguchi-Methoden, Shainin-Methoden), die in ihrer Anwendung und Auswahl komplizierter sind, aber ein enormes Einsparungspotential an Zeit und Kosten erzielen können.
An diesem Punkt soll das geplante Begleit- und Umsetzungsvorhaben ansetzen, in dem durch eine Kooperation mit ca. 10 Firmen ein systematisches Konzept zur Anwendung der statistischen Versuchsmethodik entwickelt werden soll. Das Anwendungskonzept soll ablauforganisatorisch so verifiziert werden, damit andere klein- und mittelständische Unternehmen ebenfalls davon profitieren können.

Umsetzungs- und Forschungsziel:
Zielsetzung ist es, die statistische Versuchsmethodik zu verbreiten und den Nutzen herauszustellen, damit klein- und mittelständische Unternehmen den Sinn und Zweck erkennen. Dabei sollen folgende Begleit-, Orientierungs- und Umsetzungsaspekte im Vordergrund stehen:
? Informationen über die Anwendbarkeit und dem Leistungsvermögen von DoE bzw. SVM und deren Einbindung in Entwicklungsprozesse zu geben, ? sichtbar zu machen, wie durch den Einsatz von SVM Wettbewerbsvorteile erarbeitet werden können, ? Transferierung von vorhandenem Know-how zur SVM, ? Entwicklung eines übergreifenden systemtechnischen Versuchsplanungskonzeptes, ? Erarbeitung spezifischer Auswahlkriterien für die breite Anwendung der Methoden der SVM, ? Hilfestellung zu geben zum Einsatz von SVM-Software , ? Beratung und Unterstützung leisten bei der Einführung und Bearbeitung von Ver-suchsproblemen und ? Schulung in der Handhabung von mathematischen Verfahren für die Auswertung von Versuchen und deren Interpretation durchzuführen.

Wirtschaftliche Bedeutung der Forschungsergebnisse:
Firmen die das Ziel verfolgen ihre Produkte- bzw. Prozesse kontinuierlich zu verbessern, benötigen die bereits angesprochenen Quality-Engineering-Methoden wie DoE, QFD und FMEA. Bei diesen Methoden nimmt die DoE eine Schlüsselstellung ein, da mit ihr sowohl die organisationsbezogenen wie auch die produkt- und prozeßbezogenen Ressourcen optimaler genutzt werden können. Die Vorteile lassen sich wie folgt beschreiben:
? Organisationsbezogene Vorteile - nachhaltigeren Analyse und Planung von Entwicklungsprozessen - besseren Transparenz der Entwicklungs-ziele und deren bestimmende Abhängig-keiten - nachvollziehbarere Dokumentation gemäß ISO 9001 - reibungsloser und plankostengerechter Serienanlauf - insgesamt besseren Nutzung des Entwicklungspotentials
? Produkt- und prozeßbezogene Vorteile - Parametereinstellungen auf eine nahezu optimale Wirkleistung hin abzustimmen - Produktwirkung kann robust gegenüber Störeinflüssen gemacht werden - in der Entwurfsphase lassen sich die Produktwirkung bereits simulativ

Umsetzung und Präsentation:
Zu den Kernelementen der Umsetzung bzw. Präsentation sind zu zählen:
Informationsveranstaltungen, Schulungsveranstaltungen, Know-how-Inputs für Firmen, Arbeitskreissitzungen im Abstand von 4 - 6 Monaten (oder nach Absprache) sowie Einzel- und Gruppenarbeiten an ausgewählten Projekten bzw. Problemstellungen.


Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:08