Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich der biologischen Vielfalt Kooperationsprojekt Erhaltung der Süßkirschbestände in Hagen a.T.W. und Witzenhausen


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 02/200703/2008


Zusammenfassung
Das wichtigste Ziel des Projektes ist eine Erfassung, Charakterisierung und Evaluierung der Süßkirschenbestände in Streuobstbeständen, Straßenrandpflanzungen und Hausgärten im Gemeindegebiet Witzenhausen und in den angrenzenden Außenbezirken. Dies soll dazu beitragen, den noch vorhandenen Süßkirschsortenbestand als einzigartiges regionales Kulturgut und als Genpool für zukünftige Generationen zu dokumentieren und zu erhalten. Das Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Hagen, einem kleinen, traditionellen Süßkirschanbaugebiet, wo ebenfalls die vorhandenen traditionellen Süßkirschsorten erfasst und erhalten werden sollen.
Die pomologischen Untersuchungen umfassen sowohl die Feststellung und Aufnahme der typischen Sortenmerkmale als auch der sortenspezifischen Eigenschaften in Hinblick auf Baumgesundheit und Wüchsigkeit. Die wertvollsten, standortangepassten Sorten lassen sich dann wieder im Streuobst- und Hausgartenbereich einführen. Die Dokumentation der pomologischen Arbeiten erfolgt als Sortenkatalog.
Ein weiteres wichtiges Ziel des Projektes ist es, die Bevölkerung in Witzenhausen und Umgebung in ihrem aktuellen und zukünftigen Engagement für die Erhaltung der Sortenvielfalt zu unterstützen. Um diese soziale Dimension einer nachhaltigen Entwicklung zu stärken, wird das lokale Wissen ermittelt und die Kenntnisse wichtiger Akteure über Sorten, Anbau, Nutzung, Verarbeitung, Geschmack und Zubereitung erfasst.
Die Sicherung und Erhaltung der erfassten Süßkirschsorten erfolgt in der Kirschen-Versuchsanlage des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen in Wendershausen, dem Kirschenerlebnispfad, der Clement-Sammlung in Marburg sowie in Hagen. Weiterhin erhalten lokale Baumschulen ausgewählte Sorten, damit von dort eine weitere Verbreitung der Sorten ausgehe kann. Die Ergebnisse fließen in die bundesweite Erfassung der obstgenetischen Ressourcen ein.
Zusätzlich soll ein Kirschen-Erlebnispfad positive Erfahrungen mit Kirschen, ihrer Sortenvielfalt sowie der sich wandelnden Kirschenkulturlandschaft vermitteln und in die Zukunft weisen. Er gibt einen Einblick in den Kirschenanbau in Witzenhausen und die Bedeutung der Frucht für die Stadt. Der Erlebnispfad bündelt und sichert das lokale Wissen, indem er eine sinnliche Erfahrung der Vielfalt von alten Sorten ermöglicht und den kulturellen Wert der Kirschen herausstellt. Gleichzeitig ist er durch Neupflanzungen und einschlägige Pflegemaßnahmen ein Bestandteil der Sortensicherung.
Dieses Konzept hat Modellcharakter und verbindet in-situ und ex-situ Erhaltungsmaßnahmen in idealer Weise. Eine alleinige Konzentration auf eine Strategie den Anforderungen an die Erhaltung und Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen nicht gerecht werden.


Projektleitung

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:08