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Die politische Mobilisierung von MigrantInnen und pro-migrant-Organisationen im Feld irregulärer Migration in der Europäischen Union


Project Details
Project duration: 09/200403/2005


Abstract
Im Zentrum des Projekts steht die Analyse der politischen Mobilisierung von MigrantInnen und pro-migrant-Organisationen, d.h. Nicht-Regierungs-Organisationen, in migrationsbezogenen Themenfel-dern, welche als besonders konfliktreich zu bezeichnen sind, vor allem undokumentierte Einwande-rung und irreguläre Beschäftigung. Die Analyse politischer Mobilisierungen in diesen Bereichen verspricht aufgrund des Spannungsverhältnisses zwischen nationalstaatlicher Souveränität und der alltäglichen Praxis irregulärer Einwanderung und Beschäftigung durch MigrantInnen besonders aufschluss-reich im Hinblick auf die Neukonfiguration des politischen Feldes ?Migration? zu sein. Der Direktor des „Center for Comparative Immigration Studies (CCIS)” an der University of California, San Diego, Wayne A. Cornelius, und seine Kollegen Philip A. Martin und James Hollifield stellten die viel rezipierte „gap hypothesis” (Cornelius/Martin/Hollifield 1994: 3) zur Diskussion, die auf ein Dilemma aus staatlicher Perspektive hinweist: Das Ergebnis staatlicher Migrationspolitik (policy outcome) ist ein anderes als die ursprünglich formulierten Ziele, insbesondere bezogen auf die Immigrati-onskontrolle und den Anspruch staatlicher Souveränität über den Grenzübertritt. Die Hauptfragestellung der Dissertation besteht darin, wie undokumentierte MigrantInnen und UnterstützerInnen vor dem Hintergrund der „gap”-Hypothese politisch agieren, um ihre Interessen durchzusetzen, obgleich die Anwesenheit irregulärer MigrantInnen als staatliches Versagen von Migrati-onskontrolle und -politik gilt. Diese Fragestellung wird mit empirischen Daten für den politischen Raum der Europäischen Union analysiert und zieht bereits bestehende Forschungsergebnisse aus dem US-amerikanischen Raum als Kontrastfolie heran. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten haben in den letzten Jahren ? insbesondere seit dem Amsterdamer Vertrag 1999 ? sehr intensiv an der Formulierung und Implementierung einer gemeinsamen Migrationspolitik gearbeitet, Schwerpunkte wurden dabei auf Fragen von Asyl sowie der Kontrolle von Einwanderung und Grenzen gelegt. Dies sind allesamt Bereiche, in denen zu erwarten ist, dass es zu politischen Dynamiken kommt, die Cornelius, Martin und Hollifield in ihren Ausführungen zur „gap hypothesis” beschreiben. Einige der bearbeiteten Fragen lauten daher: Welche Interessen von MigrantInnen finden Eingang in internationale Debatte? Wie gehen MigrantInnenorganisationen und pro-migrant-Organisationen auf organisatorische und strategische Herausforderungen ein, die das Mehrebenensystem der Europäischen Union bedeutet? Werden emanzipatorische Perspektiven europäischer Migrati-onspolitik hinsichtlich der Kategorien Geschlecht und Ethnizität entwickelt? Inwiefern sind politische Mobilisierungen im Konfliktfeld irregulärer Migration in der Europäischen Union vergleichbar mit denen in den Vereinigten Staaten von Amerika?

Last updated on 2017-11-07 at 14:09