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Methodenentwicklung zur Ausweisung der Retentionsgüte


Project Details
Project duration: 11/200212/2002


Abstract
Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Qualität eines Gewässers hauptsächlich über die Gewässergüte definiert. Es zeigte sich jedoch, dass sich trotz Verbesserung der Gewässergüte, nicht die erwartete Artenvielfalt einstellte. Als eine Ursache hierfür wurde die Strukturarmut der Gewässer erkannt. In den folgenden Jahren wurden Verfahren entwickelt, die Gewässerstrukturgüte an Hand eines Kartierbogens zu bewerten. Eine wichtige Erkenntnis in diesem Prozess war die Unterscheidung verschiedener Gewässertypen. Die Versuchskartierungen zeigten, dass auch naturnahe Gewässer durch topographische und geologische Randbedingungen eine stark unterschiedliche Strukturvielfalt aufweisen können. In vielen Bundesländern, wie auch in Rheinland-Pfalz, liegen mit der Gewässerstrukturgütekartierung nun umfangreiche Informationen zum morphologischen Zustand der Gewässer vor. Hauptziel der Gewässerstrukturgütekartierung ist dabei die räumliche Lokalisierung und die Bestimmung der Defizite, um den Mitteleinsatz bei der Gewässerrenaturierung zu optimieren. Dieser umfangreiche Datenbestand eignet sich auch für die Untersuchung anderer Aspekte, wie z. B. der Retentionsgüte eines Gewässers. Bisher bestanden jedoch Schwierigkeiten, die Wirkung des Rückhaltes in Gewässer und Aue sicher zu quantifizieren. Vorhandene Untersuchungen kamen hier zu unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Ergebnissen. Die in der ersten Bearbeitungsphase entwickelte Methodik zur Ausweisung der Retentionsgüte, skizziert eine Vorgehensweise, mit der sich ein guter Überblick über die Retentionsgüte im Ist-Zustand erarbeiten lässt. Sie kann zudem als Planungsinstrument eingesetzt werden. Mit ihr wird es möglich, die Wirksamkeit der Retention in Aue und Gewässer für geplante Maßnahmen zu ermitteln und einen effektiven Mitteleinsatz zu planen.

Last updated on 2017-11-07 at 14:10