Project without external funding

Entwicklung eines Lernförderlichkeitsindexes


Project Details
Project duration: 01/200112/2006


Abstract
Im Vordergrund des Projekts stand zunächst die Entwicklung und Überprüfung eines Instruments zur Erfassung der Lernförderlichkeit von Arbeitsplätzen. Vorarbeiten für die Entwicklung dieses Instruments ? des Lernförderlichkeitsinventars (LFI) - wurden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Pilotprojekts Lernkultur 2000+ geleistet. Hier wurde das Verfahren erstmalig an 90 Arbeitsplätzen überprüft.
Bei dem Lernförderlichkeitsinventar (LFI) handelt es sich um ein Beobachtungsinterview, mit dem geschulte Interviewer systematisch Lernpotenziale von Arbeitstätigkeiten direkt am Arbeitsplatz erfassen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Lernen durch gezielte Schulungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen sondern die Bedingungen für Lernprozesse am Arbeitsplatz selbst. Erfasst werden Tätigkeitsmerkmale, unabhängig davon, welche Mitarbeiter an diesen Arbeitsplätzen tätig sind. Aufgezeigt werden die Möglichkeiten sowie Hindernisse, Hemmnisse und Probleme für erfahrungsbasierte Lernprozesse. Eine Aussage darüber, wie lernförderlich einzelne Arbeitsplätze zu bewerten sind, erfolgt auf der Basis des Vergleichs zu Referenzwerten, d.h. Tätigkeiten mit vergleichbaren Anforderungen bzw. Voraussetzungen an die Qualifikation.
Das LFI umfasst folgende Dimensionen: Selbstständigkeit, Variabilität, Komplexität, Kooperation und Kommunikation, Feedback, Information, Partizipation; darüber hinaus werden die moderierenden Kriterien Zeitdruck und Arbeitsumgebung sowie allgemeine Angaben zur Organisation und dem untersuchten Arbeitsplatz, wie z.B. Arbeitszeit- und Entgeltregelungen ermittelt. Das Resultat ist ein Profil der Stärken und Schwächen der verschiedenen Arbeitsplätze im Hinblick auf die Dimensionen der Lernförderlichkeit und damit werden potenzielle Gestaltungsansätze aufgezeigt. Die Analyse erfolgt auf der Basis von Vergleichen mit Referenzdaten. Die Analyseergebnisse können als Grundlage für eine Verbesserung der lernförderlichen Arbeitsplatzgestaltung dienen.
Zusätzlich zur Überprüfung des Instruments wurden weitere Fragen zu Zusammenhängen von der Lernförderlichkeit eines Arbeitsplatzes mit der Kompetenz sowie dem Commitment des Mitarbeiters an diesem Arbeitsplatz untersucht. Die Lernförderlichkeit wurde zudem aus verschiedenen innerbetrieblichen Perspektiven bewertet, die Rolle direkter Vorgesetzter bei der Umsetzung und Ausschöpfung lernförderlicher Strukturen untersucht sowie Fragen zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen mit lernförderlicheren Strukturen beantwortet.
Hierfür wurden neben dem LFI weitere Instrumente eingesetzt: Ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Mitarbeiterkompetenzen, der Arbeitsplatzbedingungen und des Commitment, ein Fragebogen zur Erfassung der Berufsbiografie der Mitarbeiter, ein Vorgesetzten-Fragebogen zur Beurteilung der Lernförderlichkeit der Arbeitsplätze aus der eigenen Abteilung und zur Selbsteinstufung des Führungsstils, ein Betriebsrats-Fragebogen zur Einstufung der Lernförderlichkeit für das gesamte Unternehmen, ein Unternehmens-Bogen zur Erfassung struktureller Angaben und betrieblicher Kennziffern.
Die Stichprobe umfasst 1.718 Arbeitsplätze, hiervon 1.242 im gewerblichen Bereich und 476 an Büroarbeitsplätzen. Von 60 Betrieben, in denen die Untersuchung stattfand, gehören 58 den Branchen Automobilzulieferer- und Verpackungsmittelindustrie an.
Im Anschluss an die Überprüfung des LFI werden in einzelnen Betrieben der Automobilzulieferer- und Verpackungsindustrie Vollerhebungen der Lernförderlichkeit durchgeführt, um auf der Basis von Ist-Analysen Gestaltungsmaßnahmen zur Erhöhung der Lernförderlichkeit abzuleiten und umzusetzen. Die Maßnahmenableitung erfolgt unter Partizipation der Vorgesetzten und Mitarbeiter. Mit einer zweiten Erhebung wird die Wirksamkeit dieser und der betriebsintern erfolgenden Maßnahmen evaluiert.


Principal Investigator


Publications
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