Project without external funding

Food banks in Germany. Poverty, social exclusion and the reorganisation of the social


Project Details
Project duration: 05/201104/2012


Abstract
Das Forschungsinteresse des Projektes zielt auf die Rekonstruktion der prozessualen Gewordenheit prekärer Lebensumstände und fokussiert dabei in besonderem Maße soziale Ausgrenzungsprozesse, um die Forschungslücke hinsichtlich der Prozesshaftigkeit sozialer Ausgrenzung zu bearbeiten. Während über quantitativ angelegte, sozialstrukturelle Analysen mittlerweile ein recht klares Bild von der sozialstrukturellen Verfassung sozialer Ausgrenzung gezeichnet werden kann, erscheint die Frage, wie sich diese in konkreten Prozessen herstellt und welche subjektiven Verortungen hinter diesen sozialstrukturellen Aussagen stehen, noch weitgehend unklar. Daher soll explizit auch der Frage nach den subjektiven Empfindungen und konkreten Erfahrungen der Missachtung der Betroffenen nachgegangen werden. Als Besonderheit der „Tafeln“ kann dabei gelten, dass diese nicht nur „mildtätige“ Gaben verteilen, sondern diese zugleich auch die Abfallprodukte der Konsumgesellschaft darstellen. Es ist damit insbesondere danach zu fragen, ob und in welcher Weise dies zu spezifischen Deklassierungserfahrungen führt.
Dem Projekt unterliegt dabei die These, dass die Tafeln mit ihrer rasanten Ausbreitung und enormen öffentlichen Anerkennung für eine Neugestaltung des Sozialen stehen. Die sich vollziehenden Veränderungen betreffen dabei zum einen die betroffenen Individuen in ihrer konkreten Lebenssituation sowie ihr Verhältnis zur Gesellschaft, zum anderen ist damit aber auch eine Veränderung hinsichtlich der Organisation der sozialen Sicherung in Deutschland zu verzeichnen.
Insgesamt stehen damit sowohl die NutzerInnen der Angebote der „Tafeln“ als auch die „Tafeln“ selbst im Blick des hier verfolgten Erkenntnisinteresses. Dabei wird insbesondere den nachfolgenden Forschungsfragen nachzugehen sein:

• Wie werden die individuellen Wege in der biografischen Erzählung konstruiert?
• Welche Bedeutung nehmen die Tafeln innerhalb der biografischen Lebenskonstruktionen der „KundInnen“ bzw. „NutzerInnen“ als auch der Ehrenamtlichen ein?
• Wie und in welcher Form realisieren sich soziale Ausgrenzungsprozesse in den Biografien?
• In welcher Weise werden diese subjektiv wahrgenommen und biografisch verarbeitet?


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:12