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Bildungsnetze für exklusionsgefährdete Schüler. Interprofessionelle Zusammenarbeit von Lehrern und Sozialpädagogen zur Förderung von bildungsbenachteiligten Jugendlichen


Project Details
Project duration: 03/200707/2008


Abstract
Die Schule sieht sich im Umgang mit Kindern und Jugendlichen vor wachsende Herausforderungen gestellt, die sich insbesondere in der Bildungsbenachteiligung von Schülern aus bildungsfernen Schichten und/oder mit Migrationshintergrund, in den geringen Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Teilhabechancen der sogenannten PISA-Risikogruppe sowie in der zunehmenden Perspektivlosigkeit und Gewalt an sozialen Brennpunkt-Schulen zeigen. Diese Herausforderungen, aber auch der bildungspolitisch forcierte Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen haben in den letzten Jahren den Ruf nach Unterstützung der Lehrer durch Sozialpädagogen, nach einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe und nach Aufbau von Kooperationen und Netzwerken lauter werden lassen. Im geplanten Projekt soll untersucht werden, unter welchen Bedingungen die Kooperation von Lehrern und Sozialpädagogen einen Beitrag zur Bearbeitung von Problemlagen (bildungs-)benachteiligter Schüler leisten kann und welche innovativen Ansätze aus dieser interprofessionellen Arbeit für die Vermittlung von zukunftsorientierten Lebensentwürfen und Teilhabechancen in der (Arbeits-)Gesellschaft entstehen können. Anhand von verschiedenen bildungspolitischen Maßnahmen in Hessen, die auf die (sozial-)pädagogische Förderung sogenannter "Risiko-schüler" in Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Sozialpädagogen zielen (Schulsozialarbeit; SchuB-Klassen - "Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb" u.a.), sollen Kooperationsformen in Schule und Unterricht, die gemeinsame fallbezogene Begleitung von Jugendlichen, die Entwicklung neuer Lehr-Lern-Kulturen und die Vernetzung mit anderen Einrichtungen und weiteren Professionen untersucht werden.
Hierfür sollen in einer qualitativen Studie unterschiedliche, mehrperspektivische Erhebungsmethoden (teilnehmende Beobachtungen; qualitative Interviews mit Lehrern und Sozialpädagogen; Partnerinterviews und Gruppendiskussionen) und Auswertungsverfahren (Dokumentenanalyse, Methoden der rekonstruktiven Sozialforschung, Grounded Theory) miteinander verknüpft werden, die einen Zugang zu den bildungspolitischen Intentionen und Rahmungen, den Deutungs- und Handlungsmustern der Akteure, den pädagogischen Interaktionen und den Lehr-Lern-Kulturen eröffnen. Theoretisch knüpft das Projekt an interaktionistische sowie professions- und gesellschaftstheoretische Ansätze an, empirisch will es einen Beitrag zur Erschließung von aktuellen und "zeitgemäßen" Bildungskonzepten zur Förderung (bildungs-)benachteiligter Schüler im Rahmen von multiprofessionellen Kooperationen und Bildungsnetzwerken leisten. Ziel ist es, auf der Basis verschiedener Fallstudien Gelingens- und Misslingensbedingungen von sozialpädagogischen Ansätzen in der Schule und von multiprofessionell getragenen Orientierungs-, Unterstützungs- und Förderangeboten zu rekonstruieren.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:12