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"Aneignungsprozesse und Erfahrungen von Hysterie während des 'nervösen Zeitalters' im Verhältnis von Arzt und Patientin (1876-1918)."


Project Details
Project duration: 01/199910/2003


Abstract
Die breite Forschung zur Hysteriegeschichte hat sich bislang auf den Prozeß der Herstellung von Geschlecht im (vornehmlich medizinischen) Wissenschafts- bzw. Elitendiskurs konzentriert. Die Perspektive der Patientinnen ist bislang nur auf der Grundlage von publizierten Krankengeschichten untersucht worden – Das Arzt-Patientin-Verhältnis stellt gar einen blinden Fleck in der Forschung dar. Zentral für diese Studie ist die Frage nach dem sozialen Sinn von Hysterie: Welche Bedeutung wird der als ‚älteste Frauenkrankheit‘ bezeichneten Hysterie im Kontext sozialer Beziehungen in dörflicher Gemeinschaft, Familie und in der Institution der Heil- und Pflegeanstalt zugewiesen? Wie wird in diesem Kontext Geschlecht hergestellt und welche Rolle spielt dabei die soziale Herkunft von dem Arzt einerseits und der Patientin andererseits? Ausgehend von Dudens These, die dem Prozeß der Veröffentlichung der ‚Frauen-Inneren‘ bei gleichzeitiger Begrenzung des weiblichenHandlungsraums auf die Privatheit eine zentrale Bedeutung in der Herstellung von Geschlecht einerseits und der Etablierung der Medizinischen Wissenschaft andererseits zuweist, sollen Prozesse von Veröffentlichung von Körper, Seele und Krankheit untersucht werden. Auch soll herausgearbeitet werden, inwieweit die Dualität von Öffentlichkeit und Privatheit die Erfahrungen und Handlungsweisen im Umgang mit dem seelischen Leiden Hysterie strukturiert hat.

Last updated on 2017-11-07 at 13:29