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Studienpraktikum Deutschland


Project Details
Project duration: 04/200508/2005


Abstract
Das Studienpraktikum ist so konzipiert, dass es eine gemeinsame Veranstaltung mit der Universität Kassel ist. Dies bedeutet, dass eine gleiche Anzahl von Studierenden aus Kassel mit ihrem chinesischen Kommilitonen arbeiten wird. Da beide Gruppen angehende Lehrer sind, ist das Kennen lernen unseres Bildungssystems inhaltlicher Schwerpunkt. Dies geschieht am Beispiel der Umweltbildung.

Kennzeichnend für die erste Woche ist der interkulturelle Austausch. Dabei stehen eigenes Naturverständnis und -wahrnehmung im Mittelpunkt. Umweltbildungsaspekte gewinnen nicht nur im chinesischen Schulalltag an Bedeutung. Unser Studienpraktikum in China im Oktober letzten Jahres hat gezeigt, dass dort ein grundsätzlich anderes Verständnis von Umwelt und Umweltschutz vorhanden ist. Ein Wunsch aller Teilnehmer war, hier bei einem Gegenbesuch vertiefend weiter zu diskutieren.

Als "Raum" für diesen Teil wurde der Nationalpark Kellerwald-Edersee gewählt. Er ist ein in seiner Größe und Naturnähe für Westeuropa einmaliger Buchenwald, malerisch eingebettet in eine der am dichtesten bewaldeten Landschaften Deutschlands. Ein Wechsel von steilen, schmalen Tälern und kuppenartig zerteilten Bergrücken gibt der Landschaft ihren ganz eigenartigen Charakter. Das wichtigste Ziel des Nationalparks ist es, Natur Natur sein zu lassen: Ohne menschliche Nutzung oder Steuerung soll sie sich frei entwickeln und nach ihren eigenen Gesetzen wirken. Das Gebiet regt daher wie kein anderes an, über Werden und Vergehen in der Natur zu reflektieren.

In der Woche stehen auch der Besuch der Bildungseinrichtungen des Nationalparks und Gespräche mit den Verantwortlichen auf dem Programm. Den Abschluss bildet ein gemeinsam geplanter und veranstalteter Umwelttag für Familien. Dieser findet am letzen Ferienwochenende statt und wird von der Nationalparkverwaltung über Aushänge und Presseartikel beworben.

Beim Studienpraktikum in China hatte sich gezeigt, dass der beste Austausch nicht durch geplante Gespräche, sondern durch die gemeinsame Arbeit an einem Projekt stattfand. Auch waren Methoden wie das gemeinsame Entwickeln an Pinnwänden, Arbeit an Stationen unbekannt. Daher nimmt die gemeinsame Planung und Durchführung einer Veranstaltung einen zentralen Raum ein.

Kennzeichnend für die zweite Woche ist ein Einblick in das deutsche Bildungssystem vom Kindergarten bis zur Universität. Bei den Besuchen der Bildungseinrichtungen wurde versucht, eine Auswahl zu treffen und nur zwei Einrichtungen pro Tag zu besuchen. Dadurch ist für die einzelnen Besuche ausreichend Zeit vorhanden und so sind auch Unterrichtsbesuche, Gespräche und Diskussionen mit Schülern, Lehrern und Schulleitern möglich.

Die Unterbringung in diesem zweiten Teil erfolgt privat bei den deutschen Beteiligten. Dadurch bekommen die chinesischen Studierenden auch einen Einblick in das Alltagsleben. Bereits beim Studienpraktikum in China waren die "Home visits" einer der Highlights.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:14