Drittmittelprojekt

Safebike: Entwicklung eines Verkehrssicherheitsprogramms für Radfahrende zwischen 11 und 14 Jahren mit dem Fokus auf metakognitiven Fähigkeiten (Safebike: Entwicklung eines Verkehrssicherheitsprogramms für Radfahrende zwischen 11 und 14 Jahren mit dem Fokus auf metakognitiven Fähigkeiten)


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 09/201811/2020


Zusammenfassung

Problemstellung


Im Jahr 2015 verunglückten ca. 28.000 Kinder im
Straßenverkehr in Deutschland (Statistisches Bundesamt 2016). Die
Jahrgänge mit den meisten Unfallopfern sind dabei die 11- bis
14-Jährigen, von denen wiederum etwa die Hälfte mit dem Fahrrad
verunglückte (ca. 5.800 Kinder). Die Zahl der verunglückten Radfahrer
steigt nach dem Wechsel von der Grundschule auf die weiterführende
Schule stark an. Dies ist auf ein geändertes Mobilitätsverhalten nach
dem Schulwechsel im Vergleich zur Grundschulzeit zurückzuführen. Viele
Schülerinnen und Schüler beginnen nach dem Wechsel auf die
weiterführende Schule, mit dem Rad zur Schule zu fahren. Insbesondere
Wahrnehmungsfehler treten bei Radfahrern unter 15 Jahren im Vergleich zu
anderen Altersgruppen besonders häufig auf. Obwohl mit Beginn der
Pubertät umfangreiche Verhaltensänderungen eintreten und z. B. die
Risikobereitschaft im Straßenverkehr zunimmt, gibt es insgesamt an
weiterführenden Schulen kaum Verkehrserziehungs- und
Mobilitätsbildungsmaßnahmen. Systematisch entwickelte Programme für die
11- bis 14-Jährigen Schülerinnen und Schüler sind daher in Deutschland
gegenwärtig nicht vorhanden.


Projektziel


Das Ziel des Projektes ist die Reduktion der
verunglückten Radfahrenden in der besonders auffälligen Zielgruppe der
11- bis 14-Jährigen. Um dies zu erreichen, wird ein
Verkehrssicherheitsprogramm für die Zielgruppe entwickelt, das auf
Beobachtungsverfahren, Selbstreflexion und Eigenverantwortung basiert.
Das Verkehrssicherheitsprogramm wird anschließend in einem Pilotversuch
an zwei kooperierenden Schulen durchgeführt und bzgl. seiner Wirkungen
evaluiert. Es soll insbesondere das Bewusstsein der Schülerinnen und
Schüler für Gefahrenwahrnehmung beim Radfahren schärfen, was zu einem
erhöhten Sicherheitsempfinden führt. Mit diesem
Verkehrssicherheitsprogramm sollen kurzfristig bewusste
Verhaltensänderungen erreicht werden, so dass infolgedessen langfristig
die Zahl der mit dem Fahrrad Verunglückten in der Zielgruppe zurückgeht.


Durchführung


Als erster Projektbaustein soll im Rahmen des
Vorhabens das Verkehrsverhalten der Zielgruppe erhoben werden, um
gefährliche Situationen und die Gefahrenwahrnehmung der jugendlichen
Radfahrer zu ermitteln. Diese bilden einen Überblick über das
gegenwärtige Fahrverhalten sowie die Grundlage für das im zweiten
Projektbaustein zu entwickelnde Verkehrssicherheitsprogramm.


Der zweite Projektbaustein des geplanten Vorhabens
ist die Entwicklung eines Verkehrssicherheitsprogramms für Radfahrende
zwischen 11 und 14 Jahren. Das zu entwickelnde
Verkehrssicherheitsprogramm arbeitet mit Beobachtung, Selbstreflexion
und Eigenverantwortung bei der Zielgruppe. Es nutzt dabei verschiedene
Lehrtechniken, wie wie Mirroring Method (Koivista & Mikkonen 1997)
sowie Coaching Technique (u. a. Edwards 2011). Dieses Programm wird so
gestaltet, dass es als Endprodukt des Projektes an allen Schulen in
Deutschland eingesetzt und unter Leitung einer Lehrkraft selbstständig
durchgeführt werden kann.


Der dritte Projektbaustein ist die Erprobung des
Verkehrssicherheitsprogramms in einem Modellversuch an zwei Schulen, mit
dem die kurzfristigen Verhaltensänderungen bestimmt werden sollen.
Dabei sollen die Schüler u.a. in einem Fragebogen vor und nach
Durchführung des Programms jeweils ihr eigenes Verhalten im Verkehr
kritisch einschätzen.


Im vierten Projektbaustein wird das
Verkehrsverhalten der Zielgruppe in denselben Situationen wie im ersten
Projektbaustein erhoben. Dies dient der Wirkungskontrolle und Evaluation
des Verkehrssicherheitsprogramms.


Projektleitung


Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2020-05-02 um 12:38