Externally funded project

Verkehrsnachfrage (Modellierung der Verkehrsnachfrage von Tagesgästen, Kurzurlaubern und Urlaubern in Großstädten)


Project Details
Project duration: 09/201908/2022


Abstract

Der so genannte nicht-alltägliche Freizeitverkehr
ist ein wesentlicher Verursacher der durch den Straßenverkehr
verursachten Feinstaub- und NOx-Emissionen. Er setzt sich aus der An-
und Abreise sowie den Wegen am Reiseziel von Tagesgästen und
(Kurz-)Urlaubern zusammen. In der Stadt Kassel wird z. B. im
Jahresmittel etwa jeder siebte Weg durch Besucher zurückgelegt, dies
entspricht etwa 14 % des gesamten Verkehrsaufkommens der Stadt. In
touristisch geprägten Städten kann dieser Anteil noch höher liegen.


Gleichzeitig wird dem nicht-alltäglichen
Freizeitverkehr zukünftig ein weiteres, im Vergleich zu anderen
Verkehrszwecken überproportionales Wachstum prognostiziert, sodass seine
Bedeutung hinsichtlich des Klima- und Umweltschutzes weiter zunimmt.
Dennoch wird der nicht-alltägliche Freizeitverkehr bislang in der
Verkehrsplanung, Mobilitäts- und Tourismusforschung weitgehend
vernachlässigt. Die in der Verkehrsplanung etablierten Befragungen zum
Mobilitätsverhalten legen in der Regel den Fokus auf die
Alltagsmobilität. Dementsprechend wird der nicht-alltägliche
Freizeitverkehr bislang auch bei modellgestützten Verkehrsprognosen
vernachlässigt.


Das Gesamtziel dieser Forschungsarbeit ist die
Entwicklung eines universell einsetzbaren, modellgestützten
Planungsinstrumentes, das durch eine auf Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge
basierte Abbildung des nicht-alltäglichen Freizeitverkehrs die Qualität
von modellgestützten Verkehrsprognosen erhöhen soll. Somit können
erstmals Maßnahmen, die gezielt den nicht-alltäglichen Freizeitverkehr
betreffen, modellgestützt untersucht und somit deren Wirkungen auf
Umwelt, Raum und Verkehr abgeschätzt werden. Aus dem o. g. Gesamtziel
des Vorhabens lassen sich folgende Einzelziele ableiten:


  • Entwicklung
    eines makroskopischen Modells zur Abbildung des nicht-alltäglichen
    Freizeitverkehrs, bestehend aus theoretischen Modellansätzen
    (Algorithmen) und einem darauf abgestimmten Erhebungskonzept,
  • Entwicklung
    eines Personengruppenansatzes, der einerseits Verhaltenshomogenität und
    andererseits die Prognosefähigkeit berücksichtigt,
  • exemplarische Anwendung des Modells für zwei Personengruppen,
  • Ableitung
    von Erkenntnissen zum nicht-alltäglichen Freizeitverkehr in Großstädten
    auf Basis von Literaturrecherche, vorhandenen Daten und eigenen
    Befragungen.


Die Ergebnisse des Projektes tragen grundlegend dazu
bei, den nicht-alltäglichen Freizeitverkehr im Rahmen der strategischen
Verkehrsplanung stärker und gezielter beeinflussen zu können. Da das
Modell maßnahmensensitiv reagieren soll, können verschiedene Maßnahmen
bzw. Maßnahmenbündel simuliert und die Auswirkungen nach deren Umsetzung
mit einer höheren Genauigkeit abgeschätzt werden. Darüber hinaus bieten
die Ergebnisse kommunalen und touristischen Entscheidungsträgern und
Verwaltungen wichtige Erkenntnisse zum nicht-alltäglichen
Freizeitverkehr.



Principal Investigator


Co-Investigators

Last updated on 2020-05-02 at 12:39