Drittmittelprojekt

Finanzierung des ÖPNV auf Basis von alternativen Finanzierungsinstrumenten (Finanzierung des ÖPNV auf Basis von alternativen Finanzierungsinstrumenten)


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 07/201802/2019


Zusammenfassung

Bei der Tarifentwicklung sind aktuell zwei
Grundtendenzen festzustellen. Einerseits werden die bisherigen
Verbundtarife durch eine stärkere Entfernungsorientierung ergänzt und
ausdifferenziert. Hierdurch können Preissprünge abgebaut, die
Leistungsgerechtigkeit erhöht und die Preisbereitschaft der Kunden
gezielter genutzt werden. Auf der anderen Seite werden durch neue
Pauschalangebote insbesondere in Hessen sehr einfache Zugänge zum ÖPNV
eröffnet, die keine weitere Leistungsdifferenzierung ermöglichen (z. B.
hessenweites Schülerticket, hessenweites Jobticket für
Landesbedienstete). Diese Pauschalangebote sind häufig für den Kunden
sehr kostengünstig, so dass sich i. d. R. für die Verbünde bzw.
Verkehrsunternehmen ein Erlösverlust ergibt.


Darüber hinaus wird in letzter Zeit häufig über neue
Finanzierungsinstrumente diskutiert, bei denen über Drittnutzer bzw.
Nutznießer des ÖPNV zusätzliche Mittel für den ÖPNV zur Verfügung
gestellt werden können (ggf. unter der Voraussetzung eines geänderten
Rechtsrahmens). Ein im politischen Bereich häufig genanntes Instrument
ist dabei das so genannte „Bürgerticket“, bei dem der ÖPNV über Beiträge
der Bewohner finanziert wird.


Ziel des Projekts war es, drei unterschiedliche
Tarif- und Finanzierungsinstrumente festzulegen, die anschließend im
Detail konzipiert und hinsichtlich wesentlicher Wirkungen bewertet
werden. Folgende drei Finanzierungsinstrumente wurden untersucht:


  • eine hessenweite Jahreskarte
    („Pauschalticket“), die als kostengünstige Jahreskarte zum Preis von
    365,- Euro zur uneingeschränkten Nutzung des ÖPNV in Hessen berechtigt
    (als Weiterentwicklung des hessenweiten Schülertickets),

  • ein Bürgerticket für Hessen als reines beitragsfinanziertes Produkt für alle Einwohner Hessens,

  • ein Basispreismodell analog zu RMVsmart50,
    bei dem der Basispreis entweder über Beiträge (analog Bürgerticket) oder
    aus dem Landeshaushalt finanziert wird. Wie beim Bürgerticket gilt das
    Basispreismodell für alle Einwohner Hessens.

Die Abschätzung der Wirkungen auf Fahrgastnachfrage
und Erlöse erfolgte szenarienbasiert mit Hilfe grober makroskopischer
Modellansätze.


Projektleitung


Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2020-05-02 um 12:35