Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Freiheit als Marionette Gottes. Eine Untersuchung über den Gottesbegriff im Werk des Philosophen Bruno Liebrucks


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 03/200702/2009


Zusammenfassung
Mit seiner primär an Hegel orientierten Philosophie der Sprache hat der Frankfurter Philosoph Bruno Liebrucks eine eigenständige Logik und Metaphysik geschaffen, die nicht zuletzt eine Herausforderung für die Theologie darstellt. Den Grund seiner Philosophie sieht Liebrucks in "der Sprache", die er weder als triviales Sprachgeschehen versteht noch im Sinne sprachwissenschaftlicher oder sprachphänomenologischer Betrachtungen, sondern als logische Kategorie, angelehnt an den Hegelschen "Begriff". Dieses ungewöhnliche Verständnis von "Sprache" kann rezipiert werden für eine "Logos"-Theologie, welche die Übersetzung des griechischen Terminus "Logos" sowohl als "Vernunft" wie als "Wort" ernst nimmt und eine neue, gleichermaßen erfahrungsbezogene wie spekulative Auseinandersetzung mit christlicher Tradition und biblischen Schriften eröffnet. Nachvollzug und Darstellung dieser Philosophie des "Logos" führen zu einer Neubetrachtung des Gottesbegriffs, dessen Darstellung und Kritik das thematische Zentrum des Dissertationsprojektes bilden. Die Arbeit am Gottesbegriff vollzieht Liebrucks im Kontext der Diskussion des Freiheitsthemas, das vornehmlich über die Auseinandersetzung mit der Freiheit des Menschen angesichts eines existierenden Gottes gewonnen wird. Für den Menschen scheint die eigene Freiheit eine begrenzte und verdankte zu sein. Liebrucks formuliert dies metaphorisch: Der Mensch ist Marionette Gottes. Diese gängige Metapher erhält in der Philosophie der Sprache eine spezifische, paradoxal anmutende Näherbestimmung: Nur als Marionette des (christlichen) Gottes ist der Mensch frei. In der Entfaltung dieser Marionettenmetapher als Logik des Logos liegt die Chance zu einer Begründung ebenso mündigen wie selbstkritischen Denkens und Handelns des Menschen aufgrund eines Bewußtseins für Verantwortlichkeit und Gestaltungskraft innerhalb des umgrenzten Spielraums eigener Freiheit. Die Herausforderung dieser Eigenverantwortlichkeit in bleibender Selbstkritik jedoch kann als eines der dringlichsten Anliegen des Protestantismus verstanden werden.



Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:16