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Implementierung von Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung auf Grundlage eines Stadienmodells zum Gesundheitsverhalten


Project Details
Project duration: 08/200403/2007


Abstract
Einen Großteil seines Lebens verbringt der Mensch an seinem Arbeitsplatz. Salutogenen (Herausforderungen, Selbstbestätigung, Zufriedenheit,...) und pathogene (Belastungen, Selbstabwertung,...) Einflussfaktoren der Arbeitswelt auf die Gesundheit sind inzwischen vielfach belegt (vgl. BADURA ET AL., 1997). Arbeit kann also krank machen, sie kann aber durchaus auch die Gesundheit fördern. Es liegt nahe, in diesem Zusammenhang mit Hilfe der Betrieblichen Gesundheitsförderung die Gesundheit der Menschen positiv zu beeinflussen. So werden im Betrieb viele Personen gleichzeitig erreicht, unter anderem auch die, die eigeninitiativ nichts zur Verbesserung ihrer Gesundheit unternehmen würden. Auch die soziale Unterstützung durch die Arbeitskollegen ist ein positiver Faktor in diesem Setting, der nicht unterschätzt werden darf.
Viele nationale und internationale Unternehmen haben die Notwendigkeit der Durchführung von Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung erkannt. Ein gravierendes Problem von Programmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung ist allerdings, dass viele Aktionen nur kurzfristig und unstrukturiert angelegt sind. Häufig werden BGF-Aktivitäten nicht flächendeckend, sondern nur für wenige Bereiche angeboten und sind in der Regel rein verhaltensorientiert, zielen also nicht auf die Veränderung der Verhältnisse, sondern nur auf das individuelle Verhalten ab. Des Weiteren erfolgt in den meisten Betrieben kein wissenschaftlicher Nachweis über die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der angewandten Maßnahmen. Dieses Versäumnis einer stichhaltigen Evaluation erschwert eine dauerhafte Umsetzung von BGF schon im Ansatz.
Ein weiterer wichtiger Aspekt soll im Folgenden dargestellt werden. Alle Menschen unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihrer individuellen Motivation zum gesundheitlichen Handeln. Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung berücksichtigen diese Individualität in der Regel allerdings nicht, verfahren vielmehr nach dem "Gießkannenprinzip". Jeder Mitarbeiter bekommt die selben Aktivitäten angeboten. Um wirklich effektive Maßnahmen anbieten zu können, wäre es äußerst sinnvoll, die Aktivitäten auf die momentane Motivationslage des jeweiligen Mitarbeiters abzustimmen, zumindest aber eine Grobeinteilung nach Motivationsstufen vorzunehmen. Nur dann wird BGF sich auch flächendeckend und dauerhaft durchsetzen und auch die Personengruppen ansprechen, die von sich aus keine oder nur eine geringe Motivation für Gesundheitsaktivitäten aufbringen. Das Stufenmodell der Veränderungsmotivation, auch Transtheoretisches Modell (TTM) genannt (vgl. PROCHASKA, 1992), beschreibt die Motivation zur Verhaltensänderung als mehrstufigen Prozess, bei dem jeweils bestimmte Veränderungsstrategien effektiv sind. Auch FUCHS (2001) hat ein Modell entwickelt (Berliner Sportstadien Modell), dass die Menschen je nach Bereitschaft zur Aufnahme bzw. Beibehaltung von sportlicher Aktivität in verschiedene Stadien einteilt.
An diesen bestehenden Theorien soll angesetzt und ein Modell entwickelt und überprüft werden, dass sich auf das betriebliche Umfeld übertragen und auch in der Praxis anwenden lässt.
Literatur
BADURA, B., Münch, E. & Ritter, W. (1997): Partnerschaftliche Unternehmenskultur und betriebliche Gesundheitspolitik. Fehlzeiten durch Motivationsverlust. Verlag Bertelsmann Stiftung. Gütersloh.
FUCHS, R. (2001): Entwicklungsstadien des Sporttreibens. Sportwissenschaft, 3, 255-281.
PROCHASKA, J.O., DICLEMENTE, C.C. & NORCROSS, J.C. (1992). In search of how people change: Applications to addictive behaviors. American Psychologie

Last updated on 2017-11-07 at 12:13